FeedDeus (Joäo de)
ErdkundeBrockhaus 1882

Deus (Joäo de), der bedeutendste unter den modernen Lyrikern Portugals, geb. 8. März 1830 in San-Bartolomeu de Messines (Provinz Algarve), studierte seit 1849 zehn Jahre die Rechte in Coimbra. Erst 1859 machte er sein Baccalaureatsexamen, blieb aber noch weitere drei Jahre in Coimbra, geliebt von der studentischen Jugend, die in ihm einen zweiten Camöes, den Begründer einer neuen Ara in der Geschichte der portug. Poesie, verehrte. Im J. 1862 nahm er in Beja Aufenthalt, wo er kurze Zeit ein Journal &0 Bejensed redigierte, und ging dann in seine Vaterstadt, welche ihn 1868 als Abgeordneten nach Lissabon wählte. D.s Gedichte füllen wenige Bändchen: «Flores do Campoyv (Lissab. 1870), Ramo de Floreso (Porto 1870) und Folhas soltaso (Porto 1876), doch ist fast jedes seiner Lieder ein Kleinod. Etwas Ursprüngliches, Naives, volkstümlich Schlichtes spricht aus ihnen, und doch ist ihre Ausdrucksweise von ausgesuchter Reinheit. Eine neue Lesemethode, welche D. aus Rücksicht auf die 50 Proz. Analphabeten seines Vaterlandes erdachte und die er selbst tagtäglich an Lernbegierigen erprobt, ward dargelegt in seiner Cartilha Maternabe (Porto 1878) und & Cartilha maternal e o apostolado v (Lissab. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 104Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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