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ErdkundeBrockhaus 1882

Deutz (lat. Divitia, seit dem 10. Jahrh. Tuitium), alte Stadt am rechten Ufer des Rheins, im Landkreise Köln, Köln gegenüber und mit diesem durch eine Schiffbrücke und seit 1859 durch eine 412 m lange eiserne Gitterbrücke verbunden. Unter den Bauwerken sind die im 17. Jahrh. neu erbaute St. Heribertuskirche mit einem roman. Reliquienschrein, die prot. Kirche und die Kavalleriekaserne hervorzuheben. D. hat eine Gasfabrik, eine Porzellanmanufaktur, eine Eisengießerei, eine bedeutende Maschinen⸗ und Wagenfabrik, Fayence⸗, Cigarrenfabriken, Ziegeleien, eine Dampfkesselschmiede, eine große Artilleriewerkstätte in der im J. 1003 gegründeten Benediktinerabtei und Festungswerke, welche den Brückenkopf zur Festung Köln bilden, und zählt (1880) 15958 meist kath. E., welche lebhaften Handel treiben. Das alte Kastell in D. wurde 1003 von dem Erzbischof Heribert von Köln in ein Benediktinerkloster umgewandelt, dessen Vögte die Grafen von Berg waren. Erzbischof Heinrich I. von Köln erhob w1230 D. zur Stadt, welche 1240 zwischen den Grafen von Berg und dem Erzbischof geteilt ward. Seitdem 1242 die Festungswerke durch den Erzbischof mit Hilfe der Stadt Köln niedergelegt wurden, blieb D. eine lange Zeit der Zankapfel zwischen Berg, Kurköln und der Stadt Köln. Zuletzt kam es in den alleinigen Besitz des Kurfürsten und wurde 1376 von den Kölnern,‚, 1445 durch den Herzog Johann I. von Kleve und 1583 durch die Truppen des Erzbischofs Gebhard von Köln in Brand gesteckt. Im Dreißigjährigen Kriege brannten die alte Stifts⸗ und die Pfarrkirche ab. Nach dem Nimwegener Frieden wurden 1678 die Festungswerke geschleift, die es erst 1816 wiedererhielt. Die Stadt kam 1803 an Nassau-Usingen, 1806 an das Großherzogtum Berg und 1814 an Preußen. D. hat in neuerer Zeit durch die Linien Berlin-Hannover-Köln, Deutz-Gießen und Haan-Deutz der Preußischen Staatsbahnen neue Wichtigkeit erlangt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 278Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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