Diagramm (grch.), eine Figur oder geometr. Zeichnung, welche zum Beweise eines Lehrsatzes oder zur Lösung einer Aufgabe angewendet wird, dann ein Entwurf oder Abriß überhaupt. Sonst bezeichnete man damit in der Musik das Liniensytem oder die Vorzeichnung der Tonleiter, zuweilen auch die Partitur. — In der Mysteriengnosis der Ophiten bedeutet D. die Zeichnung der Weltkreise, in denen der böse Geist herrscht und aus denen die Geister oder Lichtteile dur Christus zurückgeführt werden. Es galt nicht nur als Symbol der ophitischen Lehre, sondern auch als magisches Mittel, das unter gewissen mystischen Gebeten gebraucht wurde.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei