Diamant oder Demant Iuem griech. &cuα), der wertvollste unter den Edelsteinen, krystallisiert in der tetrasdrisch-hälftflächigen Abteilung des re-Dahn Systems, ist indessen meist scheinbar holosrisch ausgebildet, als Oktäder (Fig. 1) (eine Kombination zweier, im Gleichgewicht befindlicher Tetraéder), auch im Rhombendodekäder (Fig. 2) und in andern regulären Formen, welche gewöhnlich krummflächig (Fig. 3), oft mehr oder weniger der Kugelform genähert sind. Auf Grund einer Zwillingsdurchwachsung zweier Tetraéder mit parallelen Achsensystemen erscheinen die Kanten des Oktasders wie eingekerbte Rinnen. Sehr selten findet sich der D. derb, in feinkörnigen, porösen, rundlich contourierten Aggregaten von bräunlich-schwarzer Farbe (sog. Carbonat der Steinschleifer). Eine deutliche Spaltbarkeit geht der Oktaéderfläche parallel, eine Eigenschaft, welche beim Bearbeiten von Belang ist. Im reinsten Zustande ist der D. farblos un wasser194 doch ist er auch oft gefärbt, meist verschiedentich weiß, grau und braun, sogar grün, gelb, rot und blau, selten alan) Der sehr Rimef Glanz (sog. Diamantglanz), das Farbenspiel, welches auf sehr intensiver Lichtbrechung Brechungskoeffiient 2,42) und Farbenzerstreuung beruht, die öchste Härte im Mineralreich zeichnen ihn aus. m polarisierten Licht untersucht, gibt sich bisweien die anomale Erscheinung der ihm nicht zukommenden Doppelbrechung zu erkennen, welche meist nachweisbar durch Did.1 Spannungsdifferenzen herbeigeführt wird. Die Angabe, daß in einigen D. organisches Zellgewebe vorhanden sei, beruht wohl auf einer Verwechselung mit mineralischen, zart verästelten Dendriten. hat man unzweifelhafte mikroskopische Einwachsun-Eun von Rutil oder Eisenkies, von Eisenglanz⸗ oder itaneisen-Lamellen wahrgenommen. Das spezifische Gewicht schwankt zwischen 3,5 und 3,6. In seiner chem. Natur weicht der D. vo Edelsteinen wesentlich ab, indem er aus Silikaten oder Erden besteht, Kohlenstoff ist, weshalb er auch in starker Glühhitze unter Zutritt des Sauerstoffs der Luft ohne Rückstand verbrennt und dabei in kohlensaures Gas verwandelt wird; letzteres wurde zuerst durch Lavoisier entdeckt, nachdem schon 1649 auf Veran-I von Cosmus III. durch florentiner Akademiker die ersten D. in einem großen schen Brennspiegel verflüchtigt worden waren. „Rose fand, daß der D., bei Abschluß der Luft sehr stark erhitzt, in die andere Modifikation des Kohlenstoffs, in Graphit, übergeht. sich besonders im aufgeschwemmten Lande und im Flußsande, gewöhnlich mit andern Edelsteinen opas, Chrysoberyll, Granat, Hyacinth), auch mit stseite des Plateau von Dekan; in Brasilien, hier zumal in Minas-Geraes bei T mantina, auch bei La-Chapada; außer im losen Zustande in den sog. Seifengebirgen hat er sich auch hier eingewachsen in dem sog. Cascalho, einem durch Brauneisen verkitteten Quarzkonglomerat, sowie in einem glimmeri dem sog. Itacolumit, gefunden; auch auf Borneo, Sumatra, am Ural bei Krestowodwischensk, in Rordcarolina und Georgia; in Australien, wo er bei Sikatlory bis zum Gewicht von kommt. Reichliche und schöne D. Gewicht) wurden in neuerer Zeit im südöstl. Afrika, in Transvaal, an vielen Orten popo gewonnen, wo ihr urerche Diahar Muttergestein eine bisweilen olivinreiche ophitische Felsart ist. Das Gesamtgewicht aller in mens ücen Händen befindlichen D nur 100 Ctr. angegeben. Im V 1456 erfand Louis von Berguem aus Brügge eine Technik, die heute fast einzig in Amsterdam ausgeführt wird. Man schleift ihn zu Brillanten (d. i. zwei abgestumpfte Kegel mit zusammenstoßenden Grundflächen), zu Rosetten (mit platter Grundfläche, über welche sich see Facetten erheben), zu Tafelsteinen, Dickeinen u. s. w. Die wertvollste Art ist der rillant (s. d.). Über die Techni s. unter Steins leiferei. Die größten und darum auch seltensten sind bei ihrem kolossalen Werte Ieder Or keiten, so der Großmogul, der Florentiner, der Stern des S noor, der Schah, der Sancy, der Polarstern (s. Tael: Diamanten). Von ihnen schmückt der sog. rlow (194¾ Karat) die Spitze des russ. 3n Riubel er wurde 1794 für eine Leibrente von 4000 und die bare Summe von 450000 Rubel nebst einem Adelsbrief von der Krone gekauft, nachdem er vorher das Auge einer Brahmastatue gewesen. Auch der Kohinoor stammt aus Indien, wo noch heute die fürstlichen wie die Tempelschätze vorzugsweise in D. und andern Edelsteinen bestehen. Er war im Besitz des Rajah von Lahore und gehört 0 der Königin Victoria von England. 9 56 schliffen in Amsterdam, wiegt er nur noch 106 Karat. Der größte brasilianische D., der Stern des Südens, wog ursprünglich 247½ Karat und hat deren, nachdem er zum Brillanten zugeschliffen, nur noch 125. Der Regent, auch Pitt genannt, wurde durch den Engländer an den Herzog von Orléans verkauft, kam später in den Vesitz Napoleons I. und als Beute der Schlacht bei Waterloo in den preuß. Kronschatz, wo er sil noch befindet. Der größte aller vorhandenen D. ist derjenige des Rajah von Mattan auf Borneo, welcher 363 Karat wiegt. Die meisten und seltsamsten Schicksale — wohl der „Sancyv gehabt, welcher ursprünglich aus Indien gekommen. n CEuropa war sein erster Besitzer Karl der Kühne von Burgund. Dieser trug ihn in der Schlacht bei Nancy, wo er fiel. Ein schweiz. Soldat fand den D. und verkaufte ihn für einen Gulden an einen Geistlichen. Im J. 1489 kam er an Anton, König von Portugal der ihn aus Geldnot für 100000 Frs. an einen Franzosen verkaufte, durch den er an Sancy kam, von welchem er den Namen erhalten hat. Als Saney als Gesandter nach Solothurn ging, befahl ihm König Heinrich III., ihm als Pan jenen D. zu schicken. Der Diener, welcher ihn überbringen sollte, wurde aber unterwegs angefallen und ermordet, nachdem er den D. — hatte. Saney ließ den Leichnam öffnen und fand den Edelstein im Magen. Jakob II. von England besaß diesen D. 1688, als er nach Frankreich kam. Später war er im Besitze Ludwigs XIV. und Ludwigs XV., der ihn bei seiner Krönung trug. Im 1835 wurde er für ½ Mill. Rubel von dem Oberjägermeister des Kaisers von Rußland, Fürst Paul Demidow, erkauft, 1836 aber in Paris für 625000 Frs. wieder verkauft. Er hat die Gestalt einer Birne, wiegt 53 ½ Karat und 5 vom reinsten Wasser. Über die Schätzung des Wertes der D. finden mehrfache Abweichungen unter den Juwelieren und auch unter den Schriftstellern statt; man kann aber im allgemeinen ungefähr den Wert eines Karats bei einem zum Schnitte tauglichen rohen D. im Durchschunenen auf etwa 50 Mark und bei einem geschliffenen (Brillant) auf 180 — 270 Mark setzen. Der Preis schwerer Steine wird nach der gewöhnlichen Regel dadurch bestimmt, daß man die Zahl Karate, welche der Stein wiegt, mit sich selbst und das Produkt mit dem Preise eines Karats multipliziert; sodaß ein 22, 3⸗, 4⸗, 10karatiger D. das 4., 9⸗, 16⸗, 100fache eines 1fkaratigen von derselben dnen die kostet. üÜber 20 Karat hinaus werden jedoch die so sich ergebenden Preise imaginär, weil zu sehr teuern Stücken sich wenig Käufer finden. kten.dei dene der D. sind die sog. halben Brillanten, bei denen an das echte Oberteil ein Unterteil von andern Steinen mit Mastix angeklebt ist. Schwach geglühte Saphire, Hyaeinthe und Topase werden nicht selten für D. ausgegeben; doch sind die beiden ersten schwerer als echter D., und der letztere wird durch Erwärmen elektrisch, was bei dem D. nicht stattfindet. Bergkr stalle und durch Straß nachgeahmte D. sind weit eichter und minder sun und glänzend. (Igl. Edelsteine Ebeste lichel und Edelstein-Imitationen.) Das beste Kennzeichen für echte D. ist jedoch immer die Härte; Nein echter D. darf weder von Schmirgel noch von einem andern Körper außer seinem eigenen Pultver angegriffen werden. Die Erfahrung, daß der D. aus nichts anderm als 4 ½ besteht, läßt es als möglich erscheinen, denselben auf enfach dar Wege zu bilden, indem es sich hierzu einfach darum handeln würde, eine sehr allgemein verbreitete Substanz (Kohlenstoff) in den regulär-krystallinischen Zustand zu versetzen. Die desfallsigen Bemühungen haben jedoch noch kein prätisch brauchbares Resultat geliefert; es hat z. B. allerdings Despretz zu Paris 1853 durch langsame Verflüchtigung von Zuckerkohle mittels eines elektrischen Stroms an den Platindrähten oktaédrische Krystalle erhalten, welche die Eigenschaften des D. zu zeigen schienm dieselben waren aber so klein, daß sie nur durch das Mikroskop wahrgenommen werden konnten, auch nahm ihre Darstellung 27 als einen Monat in Anspruch. Zu einem bessern, aber praktisch ebenfalls noch nicht brauchbaren Resultate kam in neuester Zeit Ballantyne Hannay in Glasgow. . den Zeiten der Renaissance faßte man den D. in Gold und gab ihm, sein Feuer zu erhöhen, wie Benvenuto Cellini in seinem «Trattato berichtet, eine schwarze Folie. Heute faßt man ihn in Silber und à jqour, denn der D. hat für sich ganz allein die reinste und schönste Wirkung, das Gold der Fassung aber gibt ihm einen leichten gelben Schein, wie wenig derselbe auch sich bemerklich macht. Die moderne Juwelierkunst irrt in anderer Weise, indem sie den D. gewissermaßen naturalistisch behandelt, d. h. Blumen und Blumensträuße in den unregelmäßigen Formen der Natur daraus zusam⸗ —— Bei der Rose z. B. schiebt sich Blatt über Blatt. Das ist darum verkehrt, weil die 165. . sich gewissermaßen aufheben und nur ein unruhiges, ungewisses Gefunkel hervorbringen. Rationell und daher auch emm Oebit muß der D., wenn ihrer viele zu größern Gebilden vereinigt werden, nach seiner Rlen v Natur, nach der Natur seiner feurigen Strahlen verwendet werden, d. h. zu Diamant, einsr! ähnlich gestalteten Figuren. iamant, einer der kleinsten Grade von Buchdruckschriften auf Halbpetit oder vier typographi 9 Punkte (s. unter Schriftarten). ö risch), ein schmaler Graben von geringer Tiefe, auf der Sohle häufig spitz zulaufend, welcher am Fuß einer mit Schiezichurken versehenen Holzwand oder Mauer ausgehoben ist, um die Höhe der Schartensohle über dem unmittelbar vorliegenden Terrain zu vergrößern und so den Angreifer zu verhindern, sein Gewehr in die Scharten zu stecken und in das Innere der Verteidigungsstellung hineinzufeuern. Solche Gräben finden sich besonders vor Verteidi-Mauern, Reduits u. s. w.