Achat, Name für ein gewöhnlich streifenweise wechselndes oder fleckenartig verbundenes Gemenge von Chalcedon, Jaspis, Quarz, Amethyst, Karneol und andern quarzigen oder kieseligen Rineralien, welche sich in hee Durchsichtigkeit u. s. w. voneinander unterscheiden. Chemisch besteht daher der A. fast lediglich aus Kieselsäure, mit geringen Mengen von Eisenoxyd. Der A. kommt namentlich in mandelähnlichen oder knollenförmigen Massen vor, welche Hohlräume in zersetztem Gestein, insbesondere in Melaphyren, ausfüllen und ohne Zweifel dort aus wässerigen Lösungen entstanden sind, welche die in ihnen enthaltene Kieselsäure zuerst gallertförmig in koncentrischen Schichten zum Absatz brachten. So dünn und zart sind diese Schichten bisweilen, daß Brewster 17000 derselben auf 1Zoll Dicke zählte. Der A. zeichnet h anz besoners durch Farbe sowie Zeichnung aus. Am häufigdur ist derselbe urchscheinend bis durchsichtig, stellenweise undurchsichtig, und in verschiedenen Lagen farblos, weiß, 1. Wolkenachat. rötlich, rotgelb, braun, violett und bläulich gefärbt. Die einzelnen gefärbten Schichten bilden oft bandartige Zeichnungen: Bandachat. Oft sind diese Zeichnungen in scharfen Ecken umgebo21 und haben dann hnlichkeit mit dem lan einer Festung: Festungsachat. Noch andere Zeichnungen geben ihm nach ihrer Ahnlichkeit die folgenden Be-Augenachat, Punkt⸗ 2. Bandachat. achat, Sternachat, Korallenachat, Muschelachat, Moosachat, Röhrenachat, Wolkenachat (s. Fig. 1) und Bandachat (0 Fig. 2). Der Trümmerachat (s. Fig. 3) stammt von einem zertrümmerten Gange bei dem Dorfe Schlottwitz in Sachsen, dessen zahllose s tige Bruchstücke durch schönen blauen Amethyst wieder zusind. Einige, 3. Trümmerachat. welche meist in emeinem Chalcedon bestehen, zeigen in durchfalendem Lichte Regenbogenfarben und heißen Regenbogenachat. Zum A. dadorieh Steine, welche aus Karneol mit abwechselnden Lagen von gemeinem Chalcedon Eeit ar heißen Onyx (s. d.), bei den Alten zum Teil auch Sardonyx. Manche Varietäten des A. von großer Härte werden zu Schmuckschalen verschliffen, ferner dienen dieselben zu Reibalen, Poliersteinen, Ringen, Schalen, Dosen, uur Memt Für physik. Instrumente benutzt man zur Verminderung der Reibung sehr oft Achatplatten, so als Unterlage für die Schneide genauer Wagen, als Pfannen für feine Zapfen u. s. w. Der schönste A. kommt aus Uruguay, Brasilien Indien, Arabien, Sicilien; er findet sich aber auch in Böhmen, Sachsen, Hessen, Franken, in besonders großer Mannigfaltigkeit in Mandelsteinen bei l Oberstein im Nahethale Die Bearbeitung der A. + jetzt vorzugsweise im Fürstentum Birken-e feld in den beiden Städtchen Oberstein und Idar, welche fast die halbe Welt mit Achatwaren ver-t sorgen. An 200 Schleifmühlen, deren jede vier oder fünf durch Wasserräder bewegte Schleifsteine ! enthält, sind hier in Thätigkeit und bedingen eine der merkwürdigsten Rahr l Mi Deutschlands; jährlich werden für ungefähr 1 Mill. Mark rohe A. und Bergkrystalle an die einzelnen Schleifer versteigert. Hier wird namentlich auch die Kunst geübt, die A. . färben. Diese schon den Alten bekannte Kunst eruht auf der Eigenschaft der A., daß sie partienweise eine gewisse Porosität besitzen, welche es möglich macht, färbende Substanzen in ihr Inneres zu bringen und sie damit zu durchdringen. Die brauchbaren Steine tränkt man zunächst einige Wochen lang mit Honigwasser; alsdann wird der derkobttm Honig durch Kochen mit Schwefelsäure erkohlt, wodurch sich Streifen und Flecken von schön schwarzer oder brauner Farbe erzeugen. Die blaue Farbe der A. wird durch Beizen mit Blutlaugensalz und Kochen in Eisenvitriol hergestellt.