Chalcedon, ein kieseliges Mineral von weißer, grauer, blauer, gelber und brauner Farbe, gewöhnlich durchscheinend, findet sich in nierenförmiger, traubiger, stalaktitischer Gestalt auf Gängen in Porphyr, Grünstein und in andern Felsarten, vorüglich als eisarten peiorde der Hohlräume verscuedenor velsarten, besonders in Basalt und Basaltmandelstein, bisweilen auch als Versteinerungsmittel von Seetieren, und ist wohl immer als eine Abscheidung aus wässeriger Lösung zu betrachten. Der C. soll seinen Namen von der gleichnamigen Stadt erhalten haben, in deren Nähe man ihn im Altertume fand; hauptsächlich aber bezogen ihn die Alten aus Agypten und Arabien. Jetzt erhält man ihn aus Island, Sibirien, Siebenbürgen, woselbst der blaugefärbte gefunden wird, namentlich aus Südamerika, und benutzt ihn zu mancherlei Schmuck. Er besteht wesentlich aus Kieselsäure, wie der Quarz, und and nach seinen optischen Eigenschaften als ein äu 4* Ost wingger krystallinisch en ane Aggregat höchst winziger Aer der dr chen an 118 werden. C. ist auch einer der Hauptbestandteile des Achats. Die Färbungen entstehen durch Beimischungen verschiedener Metalloryde. Zu Oberstein an der Nahe und zu Idar werden die C. durch Kochen in Honig und darauf in Schwefelsäure schwärzlich * Helle C.mit moos⸗ oder baumförmigen, dendritischen Zeichnungen von schwarzem Manganoxyd heißen Mokkasteine oder Moosachate und kommen namentlich neuerdings aus Californien und Nevada in den Handel. Der Onyr, Sardonyrx, Karneol, Heliotrop, Chrysopras und das Plasma sind gewissermaßen Varietäten des C. Enhydros nennt man Chalcedonmandeln, welche im Inern eine hauptsächlich aus Wasser (mit geringen Mengen gelöster Salze) bestehende Flüssigkeit und eine bewegliche Gasblase von atmosphärischer Luft enthalten; die im Altertum schon bekannten stammten von den Monti Berici bei Vicenza, in den letzten Jahren hat man sie 0n5 in Uruguay gefunden. halcedon, eine von den Megarern um 685 v. Chr. unter dem Namen Procerastis gegründete Stadt in Bithynien, lag am Eingange in den Bosporus unweit Skutari, Konstankinopel gegenüber, an der Stelle des jetzigen Dorfes Kadikjdi. Schon seit 140 v. Chr., als ihre Bewohner nach Nikomedien übergesiedelt wurden, kam sie in Verfall. Im 3. Jahrh. wurde sie unter Gallienus von nordischen Völkern mehrmals erobert, von Justinian aber unter dem Namen Justinianeg in ihrem vorigen Glanze wieder aufgebaut. Später durch die Os manen von Grund aus zerstört, bezeichnen nur wenige Überreste ihre frühere Stelle. Unter den byzant. Kaisern war sie Hauptstadt der Provinz Pontica-Prima. In C. ward im Herbst 451 die Dieselbe sollte die Beschlüsse der * Räubersynode zu Ephesus vom N. 449 reparieren, welche die Lehre des Eutyches (f. d.), daß alles Menschliche im göttlichen Wesen Christi aufgegangen und mit ihm zu Einer Natur geworden sei, sanktioniert hatte. Cutyches wurde abgesetzt und auf Grund eines Schreibens des röm. Bischofs Leo I. als kirchliche Lehre bestimmt: Christus ist Eine Person in zwei Naturen, ohne Vermischung und Verwandlung (gegen die Monophysiten), ohne Teilung und Trennung (gegen die Nestorianer), nach enf Gottheit ewig vom Vater, nach seiner kenschheit zeitlich von der jungfräulichen Gottgebärerin. Außer dieser Glaubensformel wurden noch 30 Kirchengesetze (Canones) gegen Mißbräuche des Klerus gegeben, unter denen der 28. Kanon dem Patriarchen zu Konstantinopel gleiche Rechte und Vorzüge mit dem römischen und letzterm, wie schon n 25 der 3. Kanon des Konzils von 381, nur den Vorrang einräumte. Blutige Empörunen in Palästina und Agypten waren die nächste Folge der chalcedonischen Beschlüsse gegen Dioskur und die Monophysiten, und erst nach hundertjährigen kirchlichen Händeln, unter denen die Monophysiten sich völlig von den Orthodoxen trennten, erhielt die chalcedonensische Glaubensformel das bleibende symbolische Ansehen, das sie noch jetzt in der kath., griech. und prot. Kirche behauptet.