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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Didot, berühmte franz. Buchdrucker⸗ und Buch Dingcd, 1659“ Ahnherr derselben war Frangois dessen elf Kindern Frangois Ambroise und Pierre Frangois die von ihm 1713 in Paris begründete Buchdruckerei und Buchhandlung fortführten. Frangois Ambroise D., geb. 7. Jan. 1730, vervollkommnete die Schriftschneide-und Schriftgießekunst in hohem Grade, sodaß die aus seiner Schriftgießerei hervorgegangenen und nach ihm benannten Typen die bis dahin in Frankreich bekannten bei weitem übertrafen. Nach vielfachen Versuchen gab er 1777 der Buchdruckerpresse eine vollkommenere Einrichtung, und ihm gebührt die ihm mit Unrecht von dem Buchdrucker Anisson Duperron streitig Huch r Erfindung der Pressen mit Einem Zuge. Auch war er bemüht, in den franz. Papiermühlen eine verbesserte Bereitungsart des Druckpapiers einzuführen, und der erste in Frankreich, der auf das nach seinen Angaben verfertigte Velinpapier druckte. Unter den aus seinen Pressen hervorgegangenen Werken, die zum Teil typogr. Seltenheiten geworden, zeichnen sich aus die Ausgabe des Longus (2 Bde., 1778), Tassos (Gerusalemme liberata (2 Bde., 1784) und Bitaubeés franz. übersetzung des Homer (12 Bde., 1787—88). Auf Korrektheit des Textes seiner Druckwerke wendete er große Sorgfalt. Er starb 10. Juli 1804. Pierre Frangois D., Bruder des vorigen, geb. 9. Juli 1732, übernahm das väterliche Buchhändlergeschäft und erkaufte später auch eine Buchdruckerei. Er hat ebenfakls zu den Fortschritten der Buchdruckerkunst, insbesondere der du Papierbeigetragen und sich um Verbesserung der Papierfabrikation in seiner Papierfabrik zu Essonne Verdienste erworben. Unter den aus seiner Offizin hervorgegangenen Drucken ist Fenéelons Télémaque v (1783) hervorzuheben. Er starb 7. Dez. 1795. Pierre D., der Altere, ein Sohn rangcois Ambroise D.s, geb. im Jan. 1760, übernahm 1789 von seinem Vater die Druckerei. Er strebte nach dem Ruhme, Frankreichs Bodoni zu werden, und saßte 1795 den Folie zu Prachtausgaben klassischer Schriftsteller in Folio. Er scheute keine Kosten, dieselben mit allem Glanze und allen Zierden der zeichnenden Kunst, wozu er die ersten Meister berief, auszustatten, und opferte selbst einen Teil seines Vermögens. Seine Folioausgaben des Virgil (1798) und des Horaz (1799) waren dieser Anstrengungen würdig, noch mehr aber die des Racine 6 Bde., 1801—5). Unter den andern aus seinen Lafont⸗ hervorgegangenen Werken sind besonders afontaines Fableso (2 Bde., 1802), Denons „Voyage dans la Basse- et la Haute-Egyptev (2 Bde., 1802), Viscontis Iconographie grecquens Bde., 1808 u. 1811) und dessen Iconographie romainer (4 Bde., 1817—33) hervorzuheben. Der Verbesserung der Lettern widmete er mehrjährige Anstrengungen. Mit ganz neuen, von ihm angegebenen Schriftarten druckte er 1819 Boileaus Oeuvresv (2 Bde.) und Voltaires Henriadev. Auf die Korrektheit und Reinheit des Textes, auf vollkommene Gleichheit in der Orthographie wendete er nicht geringere Sorgfalt als auf typographische Schönheit. Auch als Schriftsteller hat er sich bekannt gemacht, und unter mehrern Schriften, die er zum Teil gemeinschaftlich mit seinem Bruder Firmin schrieb, ist der Essai de fables nouvellesv (4786) wegen der zahlreichen Anmerkungen für die „Geschichte der Buchdruckerkunst wichtig. Er lieferte ferner metrische übersetzungen des ersten Buchs der Horazischen Oden (1796) und eines Fragments der Aneis. Vor den Ausgaben des Virgil und Horaz stehen lat. Vorreden von ihm. Er starb 31. Dez. 1853. — Sein Sohn, Jules D., geb. 5. Aug. 1794, gest. 18. Mai 1871, übernahm nach ihm das Geschäft und hat ebenfalls eine Reihe großer und prachtvoll ausgestatteter Werke erscheinen lassen. Firmin D., der Bruder Pierre D.s, geb. 14. April 1764, erhielt von seinem Vater 1789 die Leitung der Schriftgießerei, die er bald vielfach bereicherte. Später legte er auch eine eigene Buchdruckerei an. Als er, im Begriff Callets Logarithmen zu drucken, auf Mittel sann, den bei dem Gebrauche beweglicher Lettern oft vorkommenden Nachteilen abzuhelfen, kam er auf ein neues Verfahren im Stereotypendruck, den er bei diesem Werke anwendete (1795). Unter den Werken seiner Presse zeichnen sich aus Souza-Botelhos Ausgabe der Lusiade des Camoens (1817) und Daunous Ausgabe der Henriadep (1819). Er hat mehreres aus dem Griechischen und Lateinischen übersetzt und schrieb auch die Tragödien La reine de Portugalo und Wa mort de Hannibalb. Im J. 1827 trat er sein Geschäft seinem Sohne ab und widmete sich nun dem öffentlichen Leben. Als Deputierter gehörte er zu den 221, die 1830 gegen die Juliordonnanzen protestierten. Er starb 24. April 1836. — Henri D., der älteste Sohn Pierre rangois D.s, 65⁵ 1765, gest. 1852, zeichnete sich schon früh als chriftschneider aus und vervollkommnete das Gießen der Lettern auch durch Erfindung eines neuen Gießinstruments. — Sein Bruder D. Saint-Léger, der die Papierfabrik zu Essonne leitete, erfand das endlose Päwürr. — Ein dritter Bruder, D. Jeune, setzte die Druckerei seines Vaters fort. Ambroise 964. 7501 der Sohn Firmin D.s, geb. 20. Dez. 1790, vermehrte den altberündeten Ruf der Druckerei durch zahlreiche neue erbesserungen und erwarb sich auch als Ansehen, besonders als Hellenist ein so bedeutendes Ansehen, daß er im J. 1873 zum Mitgliede der Academie frangaise ernannt wurde. Unter Boissonade und Caray widmete er sich dem Studium der griech. Sprache, verbrachte dann mehrere Jahre als Gesandtschaftsattaché in Konstantinopel und auf Reisen in Griechenland, Palästina und Kleinasien und berichtete darüber in den Notes d'un voyage dans le Levant en 1816 et 18175 (anonym 1826 in Paris erschienen). Später trat er in das väterliche Geschäft ein, das er 1827 mit seinem Bruder Hyaeinthe übernahm und bis zu seinem am 22. Febr. 1876 erfolgten Tode als erster Chef leitete. Von seinen n Werken sind Thucpdid hervorzuheben: franz. Übersetzungen des Thucydides (4 Bde., 1833) und der Oden des Anakreon (1864), dann Essai sur la typographie o (1852), (Essai typographique et bibliographique sur I'histoire de la gravure sur boiso (1863), &Observations sur l'orthographe française (2. Aufl. 1868), Htude sur Jean Cousino (1872), Alde Manuce et I'Hellénisme à Venise (1875). Beteiligt war er bei der Herausgabe von folgenden Werken: «Nouvelle biographie universelles (46 Bde., 1855—66), (L'univers pittoresque „ (67 Bde., 1835 fg.), Du Cange, Glossarium mediae et infimae latinitatiso (7 Bde., 1840—50) und bei der neuen Ausgabe des Thesaurus linguae graecaen von Henricus Stephanus (9 Bde., 1831 fg.). Nach seinem Tode erschienen die von ihm im Manuskript hinterlassenen 9 Werke: Les graveurs de portraits en Francev (2 Bde., 1877) und Les Drevet (Pierre, Pierre-t Imbert et Claude). Catalogue raisonné de leur n uvre, précédé d'une introductiono (1876). — Sein Bruder, Hyaeinthe (Firmin) D., geb. 11..e März 1794, gest. 7. Aug. 1880 auf seinem Kaber X Dandon im Depart. Orne, war seit 1827 Teilhaber n des Geschäfts, zog sich aber 1876 zurück, ebenso g auch dessen ——. Paul Firmin D. (geb. 1826),. welcher einige Zeit Mitinhaber der Firma gewesend war und sich auch als Chemiker, besonders um die r Papierfabrikation verdient gemacht hat. Er schrieb: r „Nouveau mode de blanchiment des chiffons par radjonction de 'acide carboniguen (1855). — Ein zweiter Bruder von Ambroise D., Frédéric r Firmin-D., Res 1799, welcher der Papierfabrik des Vaters in Mesnil vorstand, starb 1836 wenige [ Tage vor seinem Vater. — Die gegenwärtigen Besitzer des Geschäfts unter der Firma Firmin f Didot u. Co.v sind Alfred Firmin-D. (geb. f 1828), Sohn von Ambroise D., und Edmond Magimel (geb. 1833), Neffe desselben. Litteratur. Werdet, Etudes bibliographique sur la famille des D. (Par. 1864); Brunet, (Firmin D. et sa familles (Par. 1871); Pawlowski im Polybiblion, revue bibliographique universellep (April 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 318Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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