Breitkopf (Joh. Gottlob Immanuel), ein um die Randler. der Buchdruckerkunst sehr verdienter Buch-Pater⸗ geb. 23. Nov. 1719 in Leipzig, wo sein ater, Bernhard Christoph B. (geb. 2. März 1695 in Klausthal, est 26. März 1777), in demselben Jahre eine kleine, 1664 von J. Georgi begründete Schriftgießerei und Buchdruckerei übernommen hatte, der er 1723 eine Buchhandlung hinzufügte. Der junge B. besuchte die Mitolaischule und die Universität zu Leipzig und wandte sich mit besonderer Vorliebe der Mathematik zu. Im J. 1745 übergab ihm sein Vater die Druckerei und nahm ihn 1762 auch in die Verlagshandlung auf. Dürers sinnreiche Idee einer geometr. Konstruktion der Buchstaben, um ihnen eine gleichmäßige Form zu geben, veranlaßte ihn zu ähnlichen Bestrebungen für die Verbesserung der deutschen Type, die in Gefahr war, als geschmacklos verbannt und der lateinischen aufgeopfert zu werden. Er suchte ihr das Steife und Eckige abzustreifen, und durch diese Bemühungen wurde er zu einem Wiederhersteller der typogr. Kunst in Deutschland. Ihm verdankt man auch seit 1755 die Kunst, Noten mit bewe De-Typen zu drucken, und die darauf beruhende Begründung des Musikalienhandels. B. gelang es ferner, die Metallmasse zu den Typen zu verbessern und ihr namentlich größere Härte zu geben, das Schmelzen und Gießen durch eine neue Methode zu erleichtern und an den Pressen manches zu verbessern. Eine Frucht seines eifrigen Studiums war die Schrift «Uber die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunsto (Lpz. 1779), der die vorläufige Anzeige einer 4& Geschichte der Buchdruckerkunsty folgte, deren Ausarbeitung ihn deknm Wonbem tigte, ohne daß er damit zu Stande kam. Von dem Dersuch, den Ursprung der Spielkarten, die Einführung des Leinenpapiers und den Anfang der Holzschneidekunst in Europa zu erforscheno, erschien (Epz. 1784) der erste Teil, welchem Roch aus den hinterlassenen Papieren eine fragmentarische Materialienlese als zweiten Teil (Lpz. 1801) folgen ließ. Auch Enzs B. über «Bibliographie und Bibliophilie (Lpz. 1793). Nach einem +½½ thätigen Leben starb er 29. Jan. 1794 und hinterließ eine der angesehensten Buchdruckereien seiner Zeit, nebst Buch-und Musikalienhandlung. — Sein Sohn, Christoph Gottlob B., geb. 22. Sept. 1750, Goethes Freund und Studiengenosse, setzte im Verein mit Gottfried Christoph Härtel (geb. 27. Jan. 1763 zu Schneeberg) unter der Firma Breitkopf u. Härtel das Geschäft des Vaters fort und erweiterte dasselbe Bauf eine Zinndruckerei. Er starb 7. April 1800, worauf Härtel alleiniger Vorsteher und Eigentümer des Geschäfts wurde, dem er eine Steindruckerei und eine Pianofortefabrik zufügte. Die Musikalienhandlung Klann letzterer zu einer der hervorragendsten in Deutschland. Nach seinem Tode, der auf seinem Gute Cotta 25. Juli 1827 erfolgte, ging das Geschäft auf seine beiden Söhne, Hermann Härtel, als Kunstfreund bekannt (geb. 27. April 1803, gest. 4. Aug. 1875), und Raymund Härtel (geb. 9. Juni 1810), über; 1873 und 1875 traten zwei Enkel G. Ch. Härtels, Wilhelm Volkmann und Dr. Georg Oskar Immanuel Hase, als Teilhaber ein. R. Härtel schied 1879 aus der Firma aus. Die Firma vereinigt in sich gegenwärtig eine Musikalienhandlung, Buchhandlung, Buchdruckerei, Buchbinderei, Schriftgießerei mit Stereotypie und Galvanoplastik, Notenstecherei, Notendruckerei und Steindruckerei. Das Geschäftspersonal betrug Mitte 1882 0Ru 400, der Musikalienverlag umfaßte über 15000 Nummern.