Dielektrische Körper nennt man, nach Faraday, die Isolatoren (s. d.) in Bezug auf ihr eigen- oder eleit Verhalten bei der elektrischen Verteilung oder elektrischen Influenz (s. Elektricität), wo sie als Zwischenkörper, gleichsam durch sich hindurch, die elektrische Einwirkung eines elektrischen Leiters auf einen entfernten unelektrischen Leiter gestatten. Je nach der materiellen Beschaffenheit des dielektrischen Körpers oder Dielektrikums erfolgt, unter sonst gleichen Umständen, die elektrische Influenz in stärkerm oder schwächerm Maße so, daß Faraday den dielektrischen Körpern ein «spezifisches Verteilungsvermögen » zugeschrieben hat. Das Verhältnis der verschiedenen Ladungsmengen an der Zuleitungsplatte eines elektrischen Kondensators für verschiedene Dielektrika (unter sonst gleichen Umständen) heißt ihre Dielektricitätskonstante. Man nimmt hierbei die Dielektricitätskonstante D trockener Luft als Einheit an, wo sich dann ergibt für Harz D 1,½½7, Glas D= 1,00, Hartgummi D = 3,5, Glimmer = 5. Die D für verschiedene Gase sind, unter sonst gleichen Verhältnissen, so äußerst wenig verschieden, daß man sie nahezu alle gleich jener der Luft, mithin = 1 setzen darf, Die Bestimmung der D ist sehr schwierig, und es haben sich damit bisher nur wenige Physiker (Faraday, Siemens, Gibson, Barklay und Bolzmann) beschäftigt. Die theoretischen Ansichten über das Verhalten der dielektrischen Körper bei der elektrischen Influenz lassen sich in zwei Hauptklassen n Rcht. ren. Nach der einen gibt es keine ππ ichtleiter, sondern letztere sind nur äußerst schlechte Leiter; bei der Influenz erfolgt auch in diesen eine elektrische Verteilung, aber, wegen der schlechten Leitungsfähigkeit, viel langsamer und unvollkommener, derart, daß die extremsten Schlechtleiter bei Dptlei Spannungsdifferenzen wie vollkommene Nichtleiter (Isolatoren) sich verhalten. Nach der zweiten Anschauung, welche von Faraday ausging und jetzt gewichtige Freunde zählt, verhalten sich bei der elektrischen Influenz die dielektrischen Körper ganz anders als die Leiter; nur innerhalb ihrer Moleküle allein wird eine elektrische Verteilung angenommen, ohne daß die Elektricitäten von diesen sich trennen und, wie bei den Leitern, im ganzen Körper sich in verschiedenen Partien un Bielek. könnten. Bei der Influenz treten dann im Dielektrikum ganz ähnliche, an die Moleküle gebundene elektrisch polare Zustände auf, wie bei der magnetischen Induktion (s. d.); dieser elektrisch polare Molekularzustand heißt edielektrische Polarisationo.