Diatheke (grch.), Bund, der griech. Name für Testament (Altes und Neues). Drn iathermãn (Wonl nennt man diejenigen Stoffe, welche die Wärmestrahlen durch sich hindurchlassen, und diese Eigenschaft selbst heißt Diathermanität oder Diathermansie. Diese Ausdrücke wurden zuerst von dem ital. Physiker Melloni angewendet, welcher viele Untersuchungen über diesen Gegenstand angestellt 1 später thaten dies auch andere, besonders Knoblauch. Die Diathermanität ist für einen Stoff in Bezug auf die Wärme dasselbe, was die Diaphanität (Durchsichtigkeit) in Bezug auf das Licht ist. Aber nicht alle Körper, welche für das Licht diaphan erscheinen, sind auch in gleichem Maße diatherman. So sind „B. Luft, farbloses Glas, Wasser und Eis, ferner die Krystalle von Steinsalz, Kalkspat, Gips (Glimmer) und Alaun für Lichtstrahlen nicht auffallend verschieden diaphan, aber ihre Diathermansie für nicht leuchtende oder dunkle Wärmestrahlen zeigt große Unterschiede. Da es nur einerlei Strahlung Hibte welche im Spektrum (I. d.) je nach dem Grade er Brechung und Art der Wirkung, mittels nicht leuchtender oder dunkler Wärmestrahlen vor dem Rot, mittels farbiger Strahlen im sichtbaren Teile des Spektrums und mittels chemisch besonders wirksamer Strahlen vom Blau bis über das Violett hingus auftritt, so folgt daraus, weil im leuchtenden Teile des Spektrums die Licht⸗ und Wärmetrahlen identisch sind, daß für leuchtende Strahlen ie Durchsichtigkeit (Diaphanität) und Durchwärmigkeit (Diathermanität) in eins zusammenfallen. Die Verschiedenheit beider kann also nur für dunkle Wärmestrahlen, welche im vorroten Teile des Spektrums fächerartig, je nach dem Grade der Brechung, sich ausbreiten, gelten. In der That gibt es Stoffe, welche nur dunkle Wärmestrahlen einer Durdhlafen der Lar röße durchlassen, sich also beim urchlassen der Farbe auswählend verhalten; man sagt dann, sie besitzen eine bestimmte Wärmefarbe. Im Spektrum für dunkle Wärmestrahlen liegen, je nach dem Grade ihrer Brechung, diese wärmegefärbten Strahlen auseinander gebreitet. Die Wärmefärbung oder Thermochrose wurde von Melloni (La thermochrose, ou la coloration galoritique, Neap. 1850) entdeckt, indem er beobachtete, daß die Wärmestrahlen, welche von verschiedenen Körpern ausgehen, von einem und demselben diathermanen Stoffe nicht in demselben Maße durchgelassen werden. Unter den festen Körpern ist das krystallisierte Steinsalz am vollkommensten diatherman, denn es läßt alle Arten von Wärmestrahlen, leuchtende wie dunkle, gleich gut durch; viel weniger und in verschiedenem Grade diatherman für dunkle Wärmestrahlen sind farbloses Glas, Alaun und Eis. Von hahlen nur ist das Wasser für dunkle Wärmetrahlen nur wenig diatherman. Schwarzes Glas und schwarzer Glimmer sind für dunkle Wärmestrahlen sehr diatherman, und noch mehr eine Lösung von Jod in Schwefelkohlenstoff; sie verschlukken oder absorbieren die leuchtenden Wärmestrahlen und lassen die dunkeln in großer Menge durch. Von gasförmigen Körpern sind die atmosphärische Luft und, nach Tyndall, auch Sauer⸗, Stick⸗ und man ihre v im hohen Grade diatherman, sodaß man ihre Verschluckung oder Absorption der dunkeln Wärmestrahlen für dünne Schichten vernachlässigen kann; dagegen absorbiert Leuchtgas bedeutend die dunkeln Wärmestrahlen, und ist daher weniger diatherman; ebenso nach Tyndall der vurde. Weni was jedoch von Magnus bestritten wurde. Wenn man (nach Melloni) die Strahlen einer gut brennenden Lampe zunächst nur durch eine kurze Strecke Luft und dann durch Platten von verschiedenen festen Stoffen von einigen Millimeter Dicke gehen läßt, so ergibt suh. daß die Luft nahezu alle (100 Proz.) Wärmestrahlen durchläßt, Steinsalz 92 Proz., farbloses Glas 39 Proz., Alaun 9 Proz., Eis 6 Proz., während schwarzes, also für das L cht undurchsichtiges Glas noch 26 Proz. Wärmestrahlen durchläßt. Stoffe, welche wenig oder gar keine Wärmestrahlen durchlassen, heißen atherman. Wollte man ein Brennglas konstruieren, welches die Wärmestrahlen möglichst ungeschwächt durchläßt, so müßte man dasselbe (nach den obi-Ei. Angaben) nicht aus Glas, sondern aus teinsalz schleifen. Um die dunkeln Wärmestrahlen, z. B. beim Sonnen⸗ oder photoelektrischen Mikroskop, von den Objekten, welche durch Hitze verderben, abzuhalten, leitet man vorher alle Strahlen durch eine farblose Alaunlösung, in welcher der rößte Teil dunkler Wärmestrahlen verschluckt (absorbiert) wird. Je mehr Wärmestrahlen ein Stoff zurückwirft und verschluckt, desto weniger diatherman ist er. Die polierten Metalle reflektieren die meisten Wärmestrahlen, sodaß sie nur einen kleinen Teil absorbieren und so wenig durchlassen, daß man sie für atherman gelten läßt; überhaupt sind die Metalle nahezu atherman. Diath'se (grch.), Anordnung, Anlage, besonders körperliche Anlage zu einer Krankheit. (S. unter Disposition.) [Kieselsäure.