FeedDiepholz
ErdkundeBrockhaus 1882

Diepholz, ursprünglich eine Grafschaft, jetzt ein Kreis von 1506 gkm, im Landdrosteibezirk Hannover der preuß. Provinz Hannover, besteht großenteils aus Moor⸗, Torf⸗ und Heidestrecken, ausgenommen das in 56 m Höhe gelegene Amt Freudenberg, und hat nur hier und da Hanf⸗, Flachs⸗, Kartoffel⸗ und Getreidefelder und in der Gegend des Sees fette Weiden. Die 52288 E. treiben, außer Vieh⸗ besonders Gänsezucht, Ackerbau, namentlich aber starken Flachsbau, und beschäftigen sich hauptsächlich mit Leinweberei. Viele der ärmern Bewohner verdienten früher während des Sommers in Holland durch Torfstechen, Moorgraben und Heumachen ihren Unterhalt, was man das (Hollandsgehene nannte. Nach dem Aussterben der Grafen von D., deren Residenz seit 1356 D. war, kam das Ländchen 1585 an die Cellische, 1679 an die Kalenbergische Linie des braunschw.⸗lüneburg. Hauses und, nachdem es 1806—10 einen Teil des westfäl. Depart. Aller, dann des franz. Depart. Wesermündungen und Oberems gebildet, 1814 an Hannover. Nur die Amtsvogtei Auburg gehörte seit 1585 zu Kassel, wurde aber 1816 zurückgegeben. Der Marktflecken Diepholz an der Hunte und an der Linie Wanne-Bremen der Preußischen Staatsbahn, 52 km im NNRO. von Osnabrück, von weitläufigen Mooren umgeben, ist Kreisort, Sitz eines Kreisamts und eines Amtsgerichts, hat ein altes Schloß und zählt (1880) 2799 C., welche Fabrikation von Cigarren, landwirtschaftlichen Maschinen ind Sensen, Gerberei, Schweinezucht und Flachshau treiben. Nur 3,7 Em im NO. von D. liegt das l Pfarrdorf Mariendrebber mit einer das Erbbegräb⸗( nis der Grafen von D. enthaltenden Kirche.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 330Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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