FeedBriene (Saint⸗)
ErdkundeBrockhaus 1882

Briene (Saint⸗), Seestadt und Hauptort eines Arrondissements im franz. Depart. Nordküsten (Bretagne), unweit der Mündung des Gouét in den Kanal (la Manche) und an der Linie Paris-Brest der Westbahn, die hier nach Pontivy abzweigt, von Bergen umgeben und hübsch gelegen, ist der Sitz eines Bischofs, der Behörden und Gerichte des Arrondissements. Die Stadt zählt (1876) 13683 (Gemeinde 16355) E., hat ein geistliches Seminar, ein Lyceum, eine hydrogr. Schule, eine Taubstummenlehranstalt, eine öffentliche Bibliothek von 24000 Bänden, ein Gemäldemuseum, ein Theater, ein Waisenhaus, eine Irrenanstalt, ein Korrektions3315 und ein Hospital. Unter den öffentlichen Geäuden sind besonders die Kathedrale aus dem 13. Jahrh., die 1837 umgebaute Auflpahasubemer und der 1861 vollendete neue Justizpalast bemerkenswert. Schöne Promenaden sind die Boulevards Du Guesclin (mit dessen Statue) und Angouleme. Der 2,2 kmeentfernte Hafen Legue, 30h einem Küstendorf benannt, ist zur Ebbezeit, wo sich das Meer 7 km zurückzieht, ohne Wasser. Außer dem Gewinn von Cerealien, AÄpfeln und Futter, der Ausbeutung von Granitbrüchen, künstlicher Austernucht, Küstenfischerei und Stockfischfang bei Neusund and hat die Stadt auch . Fabrik- und Gewerbthätigkeit. Sie unterhält Baumwollspinnereien, Fabriken von grobem Halbwollzeug Graurdeien oltons, Tuch, Papier, außerdem rauereien und Lohgerbereien. Auch treibt sie Handel mit Getreide, Hanf, Flachs, Talg, Vieh, Butter und Honig. Die fünf Jahrmärkte sind weither aus der Umgegend, die Pferderennen aus der ganzen Bretagne besucht. Die Stadt ist sehr alt. Man hat 1852 am Aureliusthor die Reste einer Villa oder eines Bades aus dem 3. oder 4. Jahrh. ausgegraben. Doch scheint die jetzige Stadt ihren Ursprung einem Kloster des heil. Briocus im 5. oder 6. Jahrh. zu verdanken. Ungewiß ist auch die Gründungszeit des Bistums, gewiß aber, daß demselben die Stadt nebst Umgegend lange Zeit unterthan war und die Geschichte beider zusammenfällt. Die damals zugleich als Citadelle benutzte Kathedrale wurde 1375 vom Marschall Clisson im Kriege gegen Herzog Johann IV. von Bretagne nach I4tägiger Belagerung erobert. [s. Brieg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 538Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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