Diergardt (Friedr. Freiherr von), deutscher Industrieller, geb. 25. März 1795 in Mörs, gründete 1813 mit seinem Schwager Th. Küntzeler zu St. Tönis bei Krefeld eine Fabrik für Samt und Samthand, welche 1816 nach Viersen verlegt wurde. Nach dem Tode seines Schwagers leitete D. das Geschäft allein und brachte es auf eine solche Höhe, daß es 1863 gegen 3200 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigte. Daneben erwarb sich D. um die kommerzielle Entwickelung der preuß. Rheinprovinz die größten Verdienste, namentlich auch um den Ausbau des Eisenbahnnetzes dieser Gegend. D. war 1847 Mitglied des Vereinigten preuß. Landtags, später des preuß. Abgeordnetenhauses, seit 1860 lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses. Nachdem er 1860 in den erblichen Freiherrenstand erhoben worden, starb er 3. Mai 1869.