Differentialschraube (frz. vis diflérentielle; engl. difkerential screw), eine auf demselben Prinzip wie die Differentialhaspel und der Differentialflaschenzug (s. d.) eines mittels einer Schraube auszuübenden Drucks, sowie die Kleinheit einer gewünschten Bewegung ist abhängig von der Ganghöhe der Schraube; doch darf letztere mit Rücksicht auf die Ausführung ein gewisses Minimum nicht uberschreiten, und man benutzt deshalb die Differentialwirkung zweier mit Rheer Ganghöhen geschnittenen Schrauben, führen, indem man entsprechend klein macht. Eine der vorteilhaftesten Anwendungen der D. meterschraub einer Spindel sind die Gewinde aa und pb mit um weniges verschiedenen Ganghöhen geschnitten. aa bewegt sich in der festen Mutter mn/ während bb mit geringerer Kende M. die bewegliche, ir Falzen e und d gleitende? WBeg fortschiebt, welcher gleich der Differenz der Hanghöhen von a und b ist, da die bewegliche Rutter un, während die Spindel um eine Ganghöhe von a sich nach der einen Seite bewegt, um die geringere Gan höhe von bb nach der entgegengesetzten Seite ve choben wird. Der Zeiger gibt auf einer Skalaes die Größe der Bewegung an. Zeigt s Millimeterteilung und wäre die Differenz der beiden Ganghöhen ½%ο mm, so wäre der Weg des Zeigers bei einer ganzen Umdrehung der Spindel mm, bei ½o Umdrehung nur Ago mm u. s. f. Das Maß der Spindeldrehung ist von einer entsprechenden Kreisteilung des Handrades abzulesen. In der gleichen Anordnung, aber mit geringerm Vorteil (infolge von Reibungsverlusten) verwendet man die D. für Schraubenpressen derart, daß die Muttern mm und un gleichzeitig als Preßplatten ausgeführt sind und sich mit der Geschwindigkeit, welche der Differenz der beiden Gewindesteigungen entspricht, gegeneinander bewegen. Besser ist für ähnliche Zwecke die Einrichtung, daß eine Schraubenspindel in einer andern hohlen Schraube, die der erstern als Mutter dient, sich bewegt, wie dies bei der Differentialschraubenpresse (Fig. 2) der Fall ist. In derselben ist aa die hohle Schraube, in welcher sich die massive Schraube bb bewegt, die etwas geringere Steigung hat und an ihrem untern Ende die Preßplatte p trägt. Für die schnelle Bewe⸗ zc,,,, gung der Preß⸗ Fig. 2. platte hält man aa mi/ittels der Handhaben ee fest und dreht an den Armen c. Zur Erzielung eines größern abwärts gerichteten Drucks würde aa abwärts zu drehen sein, während man festhält. Es wird sich dann die Preßplatte um die Differenz der Ganghöhen der beiden Schrauben senken, da bei der Abwärtst drehung von aa die Spindel bb um ihre Ganghöhe aufwärts geschraubt wird und die Ganghöhe von aa die größere ist. In gleicher Weise ist die 1 D. noch als Hebevorrichtung bei der Differenntialschraubenwinde angewendet worden. Differentialtarif heißt im Zollwesen eine Zufsammenstellung von Differentialzöllen (s. d.), wie t z. B. der franz. Nonventionstaril. Im Eisenbahn⸗ . wesen versteht man unter D. die niedrigern Frachtd sätze, welche bei der Beförderung von Waren auf nrlängere Strecken berechnet werden. Es tritt dadurch nahäusig der Fall ein, daß auf einer Linie zwischen zwei Haupteentren des Verkehrs der Transport von einem derselben nach einem Zwischenplatze teurer ist als die Fracht bis zu dem andern Hauptplatze. Die Großstädte erhalten auf diese Art eine Vergrößerung ihres Übergewichts gegenüber den kleinern Orten, und im internationalen Verkehr wird sowohl die Einfuhr fremder Produkte auf den innern Markt direkt begünstigt, als auch die Ausfuhr von Hrender Komur durch die billigere Durchfuhr fremder Konkurrenzwaren erschwert. Doch sind andererseits D. bei der Konkurrenz der Bahnen kaum zu vermeiden, und selbst wenn der Staat das ganze inländische Netz in Händen hätte, so würde er sich doch in gewissen Fällen durch die Mitwerbung ausländischer Linien zu solchen Konzessionen genötigt sehen. Privatwirtschaftlich sind ie niedrigern Frachtsätze meistens für die Eisenbahnen ebenso gerechtfertigt, wie für einen Fabrikanten die Preisermäßigungen bei großen Aufträgen. Auch ist es besser, wenn die Ermäßigungen nach festen Tarifnormen erfolgen, als wenn den einzelnen Versendern nach besondern Vereinbarungen Nachlässe (Refaktien) gewährt werden.