FeedDifferentialgetriebe
TechnikBrockhaus 1882

Differentialgetriebe (frz. mouvement différentiel; engl. differential motion) nennt man W ihrer Wirkung im allgemeinen Mechanismen, dur welche drehende Bewegungen addiert und subtrahiert werden können. Die beistehende Fig. 1 zeigt ein Differentialgetriebe mit Kegelrädern, wegung gesetzt werden kann, ist ein Kegelrad a in fester Verbindung; die Räder e und d bestehen zusammen aus einem Stück, das sich auf derselben Achse frei drehen kann. Has Gleiche ist bezüglich des großen Stirnrades e der Fall, das in ein auf der untern Achse befestigtes Stirnradak eingreift; b ist ein sog. Planetenrad, dessen Achse in dem Körper von e gelagert ist und dessen Zähne in a und o eingreifen. Die Kegelräder a, d und e sind von gleicher Größe. Werden nun mittels auf die Kurbelzapfen kK aufgesetzter Kurbeln die obere und die untere Achse und somit die Räder a und e gedreht, so wird jede dieser beiden Drehungen eine Drehung des Rades d bewirken. Das letztere Rad macht also eine Bläich die Bow. Bewegung und zwar derart daß sich die Bewegungen bei der Drehung in ber gleichen Richtung addieren, während, wenn eine der Kurbeln entgegengesetzt gedreht wird, die Umdrehungszahl des durch dieselbe getriebenen Rades negativ auftritt und sich die Hewegungen demnach subtrahieren. Die resultierende Bewegung des D. ist entweder eine gleichförmige oder eine ungleichförmige, je nachdem die durch die Kurbeln übertragenen Bewegungen gleichförmig oder ungleichförmig sind. Meist soll mittels des beschriebenen Mechanismus eine ungleichförmige Bewegung einer gleichförmigen addiert oder von einer solchen abgezogen werden. Die ungleichförmige Bewegung wird dann in der Regel mittels der Konusbewegung oder durch Friktionsscheiben hervorgebracht. Die beistehende Fig. 2 stellt ein Differentialgetriebe mit Stirnrädern dar: a ist das mit der obern Achse fest verbundene Triebrad, während auf derselben Achse das große Stirnrad e freibeweglich ist, durch dessen Körper eine mit zwei Rädern b und c verbundene horizontale Achse drehbar hindurchgesteckt ist; d ist r. um die obere Achse +5 und es greifen a und b und e und dineinander, sowie auch für die B wegung des mittlern Rades e * in dasselbe das auf der untern Achse befestigte Rad eingreift. Werden die voneinander unabhängigen Räder a und e gleichzeitig gedreht, so entsteht in ähnlicher Weise wie vorher in dem Rad deine zusammengesetzte drehende Bewegung, welche eine ddition oder Subtraktion der Elementarbewegungen darstellt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 342Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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