Dinkelsbühl, mit Mauern und Türmen um⸗( Perirt gewerbreiche Stadt im bayr. Regierungs⸗( ezirk Mittelfranken, liegt 36 Km im SW. von Ansbach, an der Wörnitz im fruchtbaren Virn-H Gawri und an der Linie Nördlingen-Dombühl der ayrischen Staatsbahn, in 435 m Höhe, unweit [! der Grenze gegen Württemberg, bildet einen eigenen Stadtbezirk mit (1880) 5186 E., und ist der Hauptort des nach ihr benannten Verwaltungsbezirks, Sitz eines Bezirksamts, eines Amtsgerichts, sowie eines kath. und eines prot. Dekanats. Die ů Stadt besitzt eine schöne kath. und zwei prot. Hauptkirchen, eine Latein⸗ und Realschule, eine Kinder⸗( bewahranstalt und viele milde Stiftungen. Die Bevölkerung unterhält Fabriken für Strümpfe und estrickte Jacken, Handschuhe, Hüte, für Bürsten und Pinfel „sowie eine Streichgarnspinnerei, gute Gerbereien und Färbereien, und treibt daneben Brauerei, Gartenbau und Landwirtschaft, besonders aber starke Viehzucht. D., das für die älteste Stadt Frankens gilt, wurde schon unter Heinrich I. befestigt, erhielt 1305 gleiche Rechte mit Uim und war 1351—1802 Reichsstadt, die zum Schwäbischen Kreise gehörte. Während des Dreißigjährigen“ Kriegs hatte es durch die Schweden wie durch die kaiserl. Truppen viel zu leiden. Auch religiöse Parteiungen untergruben lange Zeit Ordnung und Wohlstand der Stadt, bis endlich durch Kaiser und Reich eine Gleichstellung der Protestanten mit den Katholiken erfolgte. Die Stadt kam 1802 an Kurbayern, 1804 an das preuß. Fürstentum Ansbach und 1806 wieder an Bayern. D. ist der Geburtsort des Jugendschriftstellers Christoph von Schmid, welchem 1859 daselbst ein ehernes Standbild errichtet wurde.