FeedDirmstein
ErdkundeBrockhaus 1882

Dirmstein, Marktflecken im bayr. Regierungsbezirk Pfalz, Bezirksamt Frankenthal, am Leininger Bach, mit 1560 E., welche vorzüglichen Acker⸗, Obst⸗ und Weinbau sowie Töpferei treiben. D. war —4 Residenz der Bischöfe von Worms. In der Nähe entspringt eine Schwefelquelle. „Dirschan (poln. Trsow, Dersowe), Stadt im Kreise Stargard des Ieen Kam Umtent Danzig in der Tundi Westpreußen, am linken Ufer der Weichsel und an den Linien Berlin-Königsberg-Eydtkuhnen, D.⸗Danzig und Bromberg-D. der Preuß. Staatsbahn, 31,5 km im SSO. von Danzig gelegen, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 10939 E. und hat eine evang. und eine kath. Kirche, eine Synagoge und eine Baptistenkapelle, ein Realprogymnasium, eine höhere Töchterschule, eine große königl. Haupt⸗ und Nebenwerkstatt für Eisen che Mascht mehrere Fabriken für landwirtschaftliche Maschinen, eine Zuckerfabrik, mehrere Eisen-und Blechwarenfabriken, Gerbereien, Mühlenbetrieb, Holzhandel und besuchte Viehmärkte. Die Eisenbahn wird bei D. über die Weichsel durch eine 1850—57 von Lentze und Schinz erbaute Gitterbrücke geführt, welche zu den großartigsten Brückenbauten der Welt gehört. Sie ist 887 m lang und hat, außer den zwei Uferpfeilern, deren jeder 32 mbreit und mit kasemattierten Gewölben, Schießscharten u. s. w. versehen ist, fünf Strompfeiler, von denen zwei im eigentlichen Strombett stehen, und sechs Offnungen, jede von 121½15 m Weite im Lichten (131 m von Mitte u Mitte). Die Mittelpfeiler, fast in Gestalt von Schissen gebaut, sind 25,4 m lang, 9, m breit. Jeder der sieben un und Mar zwei Türme, deren Zinnenbedeckung und Mauerkrönung aus Granit bestehen. Die Pfeiler sind vom niedrigsten Wasserstand 11 m Daoca der höchste Wasserstand bleibt noch 4 m unterhalb der Brücke. Die Wände der vierseitigen Eisenröhre, welche aus Gittern von geschmiedetem und gewalztem Eisen bestehen und zwischen welchen der Wagenzug hindurchfährt, stehen 7 mvoneinander und sind 12 m hoch. Für die durchgehenden Schiffe konnte der Brücke keine Durchlaßöffnung gegeben werden. Um die Masten der durchpassierenden Schiffe ausheben und wieder einsetzen zu können, sind einfache Krane an der Ober- und Unterstromseite der Brücke errichtet. In der Mitte der Brückenbahn führt über Langschwellen das Eisenbahngleis, zu beiden Seiten davon, mit Bohlen 9. dansben eine Bahn für gewöhnliches Fuhrwerk, daneben ein erhöhter schmaler Fußsteig für die Fuhrleute. Diese beiden Seitenbahnen für Fuhrwerke sind nur 160 em breit, weshalb häusig Beschädigungen vorkommen. Außer den Gittern befinden sich 120 em breite, mit Im hohen Geländern eingefaßte Wege für Fußgänger, welche um die Rreler herumsühren. Die Brückeneingänge sind durch Hautreliefs geschmückt. Vgl. «Die Gitterbrücken der Weichsels (in«Unsere Zeitoꝰ, Jahrg. 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 387Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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