FeedDiomedes
GeschichteBrockhaus 1882

Diomedes, der Sohn des Ares und der Kyrene, war König der Bistonen in Thrazien. Seine wilden, unbändigen Rosse fraßen Menschenfleisch. Herakles gelang es, auch sie bezwingen und . Curystheus zu bringen, nachdem er den König überwältigt und selbst seinen Rossen zum Fraße voreworfen hatte. Die Rosse entliefen hernach aus ykene ins Gebirge und wurden dort eine Beute der wilden Tiere. Ein anderer D., der Sohn des Tydeus und der Deipyle, Gemahl der Ägialeig, und nach dem Tode seines Schwiegervaters Adrastos König von Argos, war einer der tapfersten Helden vor Troja, der schon mit den Epigonen gegen Theben zog. Vor Troja verwundete er unter dem Beistand der Athene sogar den Ares und die Aphrodite. Bei den Leichenspielen des Patroklos trug er einen Preis davon. Nach der epischen Dichtung war er es, der den Philoktetes und die zur Eroberung von Troja notwendigen Geschosse des Herakles von der Insel Lemnos holte; nach Aschylos that dies Odysseus, nach Euripides Odysseus und D., während Sophokles den Neoptolemos an des letztern Stelle setzte. Mit Odysseus zusammen raubte er die Pferde des Rhesos sowie das troische Palladium (s. d.); such befand er sich mit in dem hölzernen Pferde. Nach seiner Rückkehr von Troja fand er seine Gemahlin in ehebrecherischem mnerchle mußte fliehen und wurde nach Apulien verschlagen, wo er des Königs Daunos Tochter Euippe heiratete. Er soll dann in Apulien Arpi wie mehrere andere ital. Städte gegründet haben. Zuletzt verschwand er auf einer der Diomedeischen Inseln, während seine um ihn trauernden Gefährten in Vögel verwandelt wurden. Man eigte dort sein Grab; auch hatte er ein Heiligtum aselbst, in welchem er als Gott verehrt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 371Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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