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ErdkundeBrockhaus 1882

Division, in der Militärsprache eine Truppenabteilung. Im Anfange des 18. Jahrh., als die dünnere Stellung eine neue Gliederung der Bataillone nötig machte, kam dieser Ausdruck für deren Unterabteilungen (drei oder vier) in Gebrauch. In einigen Armeen ist das geblieben und auch auf die Kavallerie und Artillerie übertragen worden, sodaß eine D. 2 Kompagnien oder Eskadrons oder 3—4 Batterien stark ist. Dann wurden auch größere Truppenkörper, gewöhnlich aus 2 Brigaden von gleicher Waffe bestehend, D. genannt. Die Franzosen waren in den Revolutionskriegen die ersten, welche selbständige D. aus allen Waffen zusammenstellten. Die andern Armeen nahmen diese Formation auch an; ihre Zusammensetzung ist verschieden. Gewöhnlich bestehen diese D. aus 2 Brigaden Infanterie oder 2—3 Brigaden Kavallerie, sodaß es Infanterie- und Kavalleriedivisionen gibt. Letztere werden im deutschen Heere der Regel nach erst im Kriegsfalle formiert, während im Frieden die Kavallerie aus administrativen Gründen brigadeweise zu 2—3 Regimentern) den D. zugeteilt ist. Im Kriege besteht eine Infanteriedivision (auch Armee- oder Felddivision genannt) fast allgemein aus 2 Infanteriebrigaden zu 2 Regimentern von 3—4 Bataillonen, ½ bis 1 leichten Kavallerieregiment und 1 Abteilung Feldartillerie von 3—4 Batterien von 6 oder 8 Geschützen. Zugeteilt wird zuweilen noch 1 Füsilierregiment oder Jägerbataillon. Eine Kavalleriedivision wird aus 2—3 Brigaden zu 2 —3 Regimentern und 1—2 reitenden Batterien formiert. Im Feldzuge 1870—71 waren die deutschen Kavalleriedivisionen den Armeen zugeteilt, wurden aber großenteils selbständig verwendet und trugen viel zu den glücklichen Erfolgen der Operationen bei. Die Infanteriedivisionen gewähren den großen Vorteil, als selbständige Heeresteile überall verwendet werden zu können, da sie für alle Terrain- und Gefechtsverhältnisse die entsprechenden Truppenelemente und meist auch ihre eigene Administration haben. Die Kavalleriedivisionen sind durch die Beigabe der reitenden Artillerie und neuerdings durch die Bewaffnung der Kavallerie mit trefflichen Feuerwaffen, sodaß die Mannschaften nötigenfalls ein Feuergefecht zu Fuß führen können, möglichst selbständig demachl. Eine Zuteilung von fahrender Infanterie oder reitenden Schützen zu ihnen hat sich nicht bewährt. — Divisionär heißt der Befehlshaber einer D., gewöhnlich ein Generallieutenant. „Divisionsbezirk, in den Staaten, in welchen die Armee nicht permanent in Armeekorps, Divisionen, Brigaden u. s. w. gegliedert, sondern das Gesamtgebiet in Militärdivisionen geteilt ist, wie es z. B. in Frankreich bis 1871 war, das Gebiet einer Militärdivision, an deren Spitze ein Generallieutenant steht, der die in dem Bezirk dislozierten Truppenteile unter seinem Befehl hat. In den Staaten, in welchen eine permanente Gliederung der Armee analog der im Kriege besteht, und in welchen die Truppen ihren Ersatz und ihre Reserven aus den Landesteilen beziehen, in welchen sie garnisonieren, zerfällt das Land in Armeekorps⸗, Divisions- und Brigadebezirke, die aber eine andere Bedeutung als im ersten Falle die D. haben, indem sie wesentlich den Ersatzverhältnissen angepaßt sind und nicht in erster Linie den Kommandoverhältnissen dienen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 407Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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