Brigadestellun oder Brigadeaufstellung ist die taktische Gefechtsformation der Brigade. In bestimmter Anordnung führte Gustav Adolf zuerst eine solche ein, auf gegenseitige Unterstützung der 9½ — und Musketiere berechnet, letztere als auptwaffe. Eine andere B. führte Turenne in der franz. Armee ein, bataillonsweise in zwei Treffen, mit ganzen (frontegleichen, tant plein que vide) Intervallen zwischen den Bataillonen, die Bataillone zweiten Treffens auf die Intervallen des ersten, also schachbrettformig, gestellt. Eine dritte B. war die preußische nach 1808, von Scharnhorst angeordnet. Die Bataillone standen in drei Treffen zu 2, 3 und 2 Bataillonen und bei Brigaden von 9 Bataillonen in jedem Treffen 3 Bataillone, oder auch zu 3, 4 und 2 Bataillonen. Die Bataillone der beiden hintern Treffen waren immer in Kolonnen, die des ersten Treffens deployiert, wenn nicht etwa das Gefecht durch Artillerie und Tirailleure geführt wurde, in welchem Falle auch das erste Treffen in Kolonnen stand. Die Kavalleriebrigade (3 Regimenter zu 4 Schwadronen) blieb mit der reitenden Batterie dahinter in Kolonne; die Fußbatterie war geteilt auf beiden Flügeln. Diese Normalstellung mußte schon in den Freiheitskriegen bei veränderter Stärke nach dem Terrain und den Umständen mehrfach modifiziert werden. Gegenwärtig gibt es zwar in allen Armeen allgemeine Normen für die Gefechtsaufstellung einer Brigade, die aber dem Befehlshaber möglichste Freiheit in der Ausführung lassen und nur für den Eintritt ins Gefecht einige Direktiven geben, da in neuester Zeit im Kampfe die Bataillone und selbst die Kompagnien eine immer größere Selbständigkeit gewonnen haben, die die dauernde Einwirkung der höhern Befehlshaber auf die Formation und die spezielle Kampfweise der Truppen fast ausschließt.