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ErdkundeBrockhaus 1882

Dobschau (auch Topschau, Topscha; magyar. Dobsina oder Dopsina), Bergstadt im ungar. Komitat Gömör, durch Zweigbahn nach Fülek mit der Ungarischen Staatsbahn verbunden, zählt (1880) 5592 E., von deutschen Bergleuten um das J. 1326 angelegt und auch noch jetzt hauptsächlich von evang. Deutschen bewohnt. Die gebirgige Umgebung ist zum Anbau wenig geeignet; sehr alt ist dagegen der Bergbau auf Kupfer, Zinnober, Quecksilber u. a. Man findet daselbst: Berg⸗ und Hüttenwerke, eine Papierfabrik, lebhafte Bienenzucht, lohnenden Flachsbau. — In der Nähe ist die in neuerer Zeit berühmt gewordene Dobschauer Eishöhle. Dieselbe liegt gegen Norden 848 meüber dem Meere und besteht aus zwei vom Eise gebildeten Etagen. n der ersten ist eine ungefähr 1800 am große Eisfläche; die Wölbung, 8—10 m, ist teils nackter Kalkfels, teils mit Eiskrystallen bedeckt. Vom Boden zur Decke und an den Wänden sind tropfsteinförmige Eisgebilde: Säulen, Pfeiler, Vorhänge u. s. w. Auf dem Eisberge selbst führen 145 Stufen in die zweite Etage hinab. Das Eis liegt in diesem Berge auf einer Höhe von 30 m und in ebensolcher Breite; es ist rein, durchsichtig wie Glas. Die untere Etage endigt östlich in eine höhlenartig erweiterte, stets trockene Eisspalte, südlich in ein Felsentrümmerfeld, als Folge eines Höhleneinsturzes, dem die Eisbildung zu danken ist. Im Hochsommer schmilzt die obere Eisschicht in der ersten Etage und das Eisparkett ist mit einer dedaät. . Wasserschicht von 2—5 em Dichte bedeckt. Die höchste Temperatur im Innern war + 5 C. (bei + 22,30. Außentemperatur); die tiefste (Dez.1870) — 8,75 C. (bei — 25 C. Außentemperatur). Die Höhle befindet sich im tertiären drei Dobscane Sie wurde zum ersten mal von drei Dobschauern Namens Eugen Ruffiny, Gustav Lang und Andreas Mega Gialos die am 15. Juni 1870 in die bis dahin als „Eisloch' bekannte Tiefe eindrangen. Die Höhle erhielt daher auch den Namen Ruffiny-Höhlev.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 418Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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