Docht ist derjenige Teil der Kerze oder Lampe, durch welchen der Flamme das brennbare Material zugeführt wird. In dem D. steigt durch Kapillarwirkung das Ol der Lampe aus dem Behälter in die Höhe, bei der Kerze wird das durch die strahlende Wärme der Flamme geschmolzene Fett, Stearin, Paraffin ebenfalls kapillarisch aufgesogen und der Flamme zugeführt. Da die Leuchtkraft der Flamme durch die geregelte Zuleitung des verbrennenden Körpers bedingt ist, so muß der D. der epaßt m heit des einzelnen Brennmaterials angepaßt sein und muß bei dem einen Leuchtstoff eine sartere Kapillarwirkung auszuüben im Stande sein als bei dem andern, leichter beweglichen, leichter in den Kapillaren aufsteigenden. Als Material zur 2 Daie gung der D. dient fast immer Baumwolle. Diese wird entweder nur zu lockern Fäden gesponnen und mehrere solcher Fäden, lose zu einem runden Strang zusammengedreht, bilden den D., wie bei der gemeinen Ollampe, oder die Dochtfäden werden geflochten, wie bei den Kerzen, oder endlich zu flachen oder runden Bändern gewirkt, wie bei den für Öl⸗, Dobthalke und Solaröl bestimmten Lampen. Die ochtstärke und die Beschaffenheit seiner Fäden ist das Bestimmende für seine Kapillarwirkung; je uch der zu erzielenden Größe der Flamme und je na der Natur der Leuchtstoffe wird daher für jede Dochtsorte eine bestimmte Anzahl von Fäden angewandt, und diese sind je nach diesen Umständen mehr oder weniger fest zu spinnen, zu drehen, zu flechten oder zu weben. Bei der Anfertigung der dus der S. ist noch der Anforderung zu genügen, daß der D. Hleichrei mit dem Brennmaterial konsumiert werde und ohne eine KSchnuppey zu bilden verbrenne. Dies wird durch eine besondere Art des Flechtens erreicht, bei welcher ein Teil der Fäden straffgespannt wird, während die übrigen lose herumgelegt werden. Durch diese einseitige Spannung neigt sich der obere, aus dem geschmolzenen Teile der Kerze hervorragende Teil des D. etwas zur Seite, sodaß seine Spitze beim Herabbrennen der Kerze in den äußersten Mantel der Flamme gerät und hier, ohne je aus dem-Ien S herausragen zu können, durch den zutretenen Sauerstoff verzehrt wird. Um die Verbrennung des D. zu befördern, sind vielfache Mittel empfohlen, so Imprägnierungen mit Salpeter, chlorsaurem Kali u. a., alle diese haben sich aber als wertlos erwiesen. Sobald man richtig geflochtene, aus se Wfatug gereinigter Baumwolle gefertigte D. zur Verfügung hat, erfolgt die Verbrennung auch ohne diese Mittel; das Einzige, was man mit Erfolg thun kann, ist, noch nachträglich eine weitere Reinigung dalodeng men, indem man die D. mit schwacher Sodalösung kocht und sie dann einer gründlichen Waschung unterzieht. Für Lampenbeleuchtung sind unverbrennliche D. aus Asbestfasern oder auch aus Glasgespinst hergestellt, dieselben 1 aber wenig Verwendung.