FeedDaumen
TechnikBrockhaus 1882

Daumen, Hebedaumen, Welldaumen oder Däumling (frz. came, taquet, engl. cam, tappet, lirter), im allgemeinen ein Maschinenteil, welcher periodisch eine montentan hin- und her⸗ oder auf⸗ und niedergehende Bewegung zu erteilen derim besondern ein eigentümlich geformter Zahn, der, an einer Welle (Daumenwelle) angebracht, dazu dient, eine kontinuierliche drehende Bewegung in eine abwechselnd auf-und niedergehende umzusetzen, eine Vorrichtung, die namentlich in Hammer⸗-, Poch- oder Stampfwerken, Pulvermühlen, ältern Papiermühlen u. s. w. Anwendung findet. In der untern Piode ist die Wirkung der D. auf den Stempel oder Stampfer eines Pochwerks dargestellt. Mit B ist der Bottich, der die zu zerkleinernden Materialien enthält, mit h die durch ihren freien Fall die Zerkleinerung bewirkende Stange bezeichnet. Durch den Daumen d der Welle wwird der Stampfer in genau vertikaler Richtung bis zu der erforderlichen Höhe gehoben, indem der D. die Stange mittels der an derselben rechtwinkelig zu ihr angebrachten Hublatte nergreift, worauf sie, der Wirkung der Schwerkraft überlassen, herabfällt. Die D. sind auf der Welle in genügender Entfernung voneinander angeordnet, daß ein Hammer oder Stempel jedesmal seinen Fall beendet hat, ehe der nächstfolgende zur Wirksamkeit kommt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 905Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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