Dokẽten (vom grch. d8oei, d. h. scheinen) hießen in der alten Kirche alle uuße M solcher Lehrmeinungen, welche die wirkliche Menschheit Christi irgendwie beeinträchtigten. Hatte schon das philosophierende Heiden- und Judentum die Theophanien und Engelerscheinungen dadurch erklärt, daß es die Himmlischen momentan oder nur scheinbar Körper annehmen ließ, so wendete dies die christl. Gnosis auf das in Jesus erschienene Göttliche um so mehr an, je weniger man dieses Göttliche in enger und wesentlicher Verbindung mit einem materiellen Leibe, als dem Sitze des Bösen, sich denken konnte. Man erklärte daher die Menschheit Christi entweder, wie Kerinth, für eine zwar wirklich irdische, aber nicht zu seinem Wesen gehörige, sondern nur momentan angenommene, oder, wie Saturnin, bloß für Schein, oder, wie die Valentinianer, für einen vom Himmel stammenden, sei es aus ageistigemo, sei es aus aseelischemo Stoffe gewebten Körper, nur mit sinnlichem Scheine. Alle häretischen Gnostiker waren feinere oder gröbere D., mit Ausnahme derer, die, wie Karpokrates, Christus nur in die Kategorie weiser Menschen stellten. usi Anfange des 3. Jahrh. wird ein gewisser Jul. Cassianus in Alexandria als Stifter einer 2Waler Doketensekte erwähnt, welche eine Abart der Valentinianer (s. Valentin) war. Doletische Lulehrern, a fanden sich früher auch bei kath. Kirchenlehrern, namentlich bei den Alexandrinern und späterhin bei den Anhängern der Apollinaris, welche die Menschheit Christi nicht vollständig anerkannte, und des Eutyches, der sie ganz von der Gottheit verschlungen werden ließ. Aber auch die orthodoxe Lehre von den zwei Naturen in Christi Person kann sich der doketischen ue Rencchennicht erwehren, da eine wahre und volle Menschennatur nur bei einer wesentlich menschlichen, nicht aber bei einer ewigen göttlichen Person denkbar ist.