FeedDokkum
ErdkundeBrockhaus 1882

Dokkum, offiziell Dockum, eine mit Wällen und Gräben umgebene Stadt in der niederländ. Provinz Friesland, in fruchtbarer Gegend, liegt 19 km im NO. von Leeuwarden und 7, km von der Nordsee an der Ee und am Dokkumer-⸗Diep, welches die Stadt gegen O. mit der Lauwerzee verbindet und bei der Flut für die größten Seeschiffe fahrbar ist. Sie hat zwei Kirchen, ein schönes, mit einem Turm und Glockenspiel geziertes Stadthaus und 4482 E., welche Schiffbau, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Töpferei, Cichorienfabrikation, sowie Woll⸗, Rindvieh⸗, Butter-⸗ und Käsehandel treiben. — D. ist nach Stavoren der älteste Ort Frieslands und bestand schon zur Zeit der Merowinger als Hauptort des Gaues Ostoraeche (Hostraga, Ostergau). In der Nähe wurde 755 Bonifacius mit mehrern seiner Schüler von den heidnischen Friesen erschlagen. In fränk. Zeit erscheint D. unter dem Namen Doccinga, Dockynchirica und Tochingen, während der ältern deutschen Kaiserzeit als Dochingen. Die Spanier eroberten und verbrannten 1572 die Stadt; 10 Jahre später bemächtigten sich die Niederländer derselben wieder, 191 sie befestigt wurde. Die kanalisierte Ee verbindet die Stadt mit Leeuwarden. Die dokkumer (Nieuwe Zylene sind das größte Schleusenwerk der Provinz, eine Schöpfung des Hydrotechnikers Wilh. Lore aus Leeuwarden, dem hier ein Gedenkstein gesetzt worden ist. .

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 433Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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