FeedDokimasie
Recht & StaatBrockhaus 1882

Dokimasie, im alten Athen die Prüfung der Befähigung zur Ausübung öffentlicher Amter. So wurde bei der Aufnahme unter die Epheben der junge Bürger in einer Versammlung der Gaugenossen geprüft, ob er auf väterlicher und mütterlicher Seite von Bürgern abstamme und die zum Kriegsdienst nötige körperliche Reife besitze. Ferner mußten sich alle Beamten vor ihrem Amtsantritt einer Prüfung unterwerfen, die sich jedoch nicht auf ihre wirkliche Befähigung zu dem Amt, welche bei allen Bewerbern als selbstverständlich vorausgesetzt wurde, bezog, sondern auf ihre echt bürgerliche Abkunft, ihren Wandel, bei einzelnen Amtern auch auf ihr Vermögen. Die Prüfung fand öffentlich statt, und jeder Anwesende konnte Einwendungen geltend machen. Der Zurückgewiesene hatte das Recht, an die Entscheidung eines Gerichtshofs zu appellieren, andererseits stand auch im Falle der Bestätigung lanon der prüfenden Behörde jedem, der die Betätigung nicht für gerechtfertigt hielt, die Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens zu. Über D. oder Dokimastische Methode, Teil der analytischen Chemie, s. Probierkunst.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 433Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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