FeedDoleian
MusikBrockhaus 1882

Doleian oder Dulcian war der Name des Fagotts im 16. und 17. Jahrh., sowohl des Solo⸗ —5 wie auch des entsprechenden Orgelregisters. Dolcino (Fra), s. unter Apostoliker. Dolcissimo (ital., Superlativ von dolce), musikalische Bezeichnung für möglichst weich und zart. Dolde (umbella), s. unter Blütenstand, Bd. III, S. 205 a, und Tafel dazu, Fig. 28 u. 32. Doldengewächs nennt man in der Botanik im weitern Sinne alle Pflanzen, deren Blüten in Dolden angeordnet sind. Im engern Sinne versteht man unter D. diejenigen Pflanzen, welche zur Familie der Umbelliferen (s. d.) gehören. Doldentraube oder Ebenstrauß (corymbus), s. unter Blütenstand, Bd. III, S. 205 a, und 791 dazu, Fig. 23. öle (La), einer der höchsten Gipfel des schweiz. Jura, erhebt sich 12 Km nordwestlich von Nyon im Kanton Waadt unweit der franz. Grenze zwischen dem Dappenthale und der nördlich vom Genfersee sich ausbreitenden Hochebene zu 1678 m Höhe über dem Meere. Die Kette der D. beginnt am Col de la Faucille (1323 m), dessen Straße Genf und das Pays de Gex mit dem Dappenthal verbindet, und erstreckt sich in nordöstl. Richtung etwa 12 km lang bis zum Col de St.⸗Cergues (1262 m), über welchen die Straße von Nyon am Genfersee in das Dappenthal führt. Der südwestl., franz. Teil der Kette bildet ein breites wellenförmiges Hochplateau mit Alpweiden und Nadelwäldern bedeckt; im nordöstl. Teile wird das Gebirge rauher und höher und die eigentliche D. bildet einen schmalen felsigen Kamm, der nordwestlich stufenförmig zum Dappenthal, südöstlich steil gegen die Alphütten de la D. abfällt. Die herrschenden Gesteine sind an den Abhängen der Kette Kalksteine der untern Kreideformation, auf der Höhe balpn der obern Juraformation. Die Flora ist subalpin. Sowohl von Genf wie von Nyon und St.⸗Cergues aus wird der Berg häufig bestiegen. Die Aussicht von seinem Gipfel ist eine der ausgedehntesten des Jura und umfaßt den Alpenkranz vom Dauphiné bis zum St. Gotthard, den Genfersee und seine Ufergelände und den Jura mit seinen Seen. Doöle, Stadt im franz. Depart. Jura (Franche-Comte), rechts am Doubs und am Rhöne-Rhein-Kanal, Knotenpunkt mehrerer Linien der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, 55 Kmim NNW. von Lonsle-Saulnier, in 224m Höhe, in dem durch Schönheit und Fruchtbarkeit ausgezeichneten Val d'Amour am Fuße und Abhange einer mit Weingärten bedeckten Anhöhe, unfern des im NW. gelegenen, 340m hohen Mont-Roland, ist Hauptort eines Arrondissements, hat ein Tribunal erster Instanz, ein Handelsgericht, eine kolossale Domkirche, ein Kommunal-Collége, ein Jesuitenkollegium, eine Zeichenschule, eine öffentliche Bibliothek von 40000 Bänden und 700 Manuskripten, eine Bildergalerie, ein Antiquitätenkabinett, eine SkonomischeGesellschaft, sowie ein Waisenhaus, ein Theater, zahlreiche Fontänen, eine Irrenanstalt und zählt (1876) 12009, als Gemeinde 12924 E., welche Eisenhütten, Kupfergießereien, Ackerbau- und Feuerlösch-Maschinenfabriken, Gießereien von eisernen Ofen, sowie bedeutende Mehlmühlen, ferner Töpfereien und Gerbereien, Fabriken von Chemikalien, Glas, Dum Mebl⸗ u. s. w. unterhalten und Handel mit Korn, Mehl, Brettern, Kohlen, Käse, sowie Transithandel zwischen Nord- und Südfrankreich treiben. D. ist ein Entrepöt für Wein und andere Getränke, Steinkohlen, Glaswaren, Holz, Futter, Mühl- und Bausteine. Aus der Römerzeit (Dola Sequanorum) stammen angeblich noch die Reste einer Wasserleitung und die Straße, welche von Lyon durch D. nach dem Rhein geht. Seit dem 10. Jahrh. erscheint der Ort unter dem Namen Dola im Pagus Amosensis des Neuburgundischen Königreichs, welches 1032 an das Deutsche Reich kommt. Im 12. Jahrh. wurde D. durch Friedrich Barbarossa befestigt. Seitdem war es Hauptstadt der Franche⸗-Comté, 1422 der Sitz des Parlaments, von 1431 bis 1481 einer Universität, und eine starke Festung, welche 1479 von Karl von Amboise zerstört, von Kaiser Karl V. wieder aufgebaut, 1636 vom Prinzen Condé vergeblich belagert, 1668 und 1674 von Ludwig XIV. eingenommen und dann, 1674 französisch, geschleift wurde. Am 6. Jan. 1814 forcierten hier die Osterreicher unter Bubna den übergang über den Doubs; 21. Jan. 1871 besetzte General von Manteuffel die Stadt. In einiger Entfernung von D. finden sich eine Mineralquelle, Marmor- und Mühlsteinbrüche.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 435Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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