Dolei oder Dolee (Carlo), bekannter Maler, geb. 25. Mai 1616 in Florenz, wo er in Armut aufwuchs und eine streng religiöse Erziehung genoß, die großen Einfluß sowohl auf seine künstlerische Thätigkeit als auf seinen weichen Charakter ausübte. Mit neun Jahren kam er in das Atelier des Jacopo Vignali, wo sein rasch entfaltetes Talent viele Gönner fand, darunter Mitglieder des Hauses Medici. Der Maler Matteo Roselli, zu dem D. sich dann begab, förderte sein Können ansehnlich. Zugleich wandten sich zahlreiche Geistliche und fromme Bruderschaften an den Aladadhtsbider Künstler, welcher fast ausschließlich ndachtsbilder fertigte. Im J. 1646 wurde er in die Akademie seiner Vaterstadt aufgenommen, zu welchem Zweck er das Bildnis des Künstlermönches Fra Fiesole gemalt hatte. D.s Art, heilige Gestalten zu malen, fand außerordentlichen Beifall, das Süße, Weiche der Köpfe, die träumerisch-wehmütige Stimmung seiner Marien und Magdalenen entsprach dem Geschmacke des Zeitalters ebenso sehr als der elegante Vortrag, mit dem er dieselben darzustellen verstand. Dem Verlangen seiner Besteller folgend beschränkte er sich allmählich auch auf eine gewisse Anzahl beliebter Motive, welche in seinen Gemälden stets wiederkehren. Dieses eifrige und gewinnbringende Schaffen des Malers wurde indes nicht selten durch seine stets zunehmende Schwermut gestört, in der er zuweilen gänzlich an seinem Können verzweifelte und sich mit den Seinen dem Elend preisgegeben wähnte. In seinem 60. Jahre wurde er nach Innsbruck berufen, um dort das Porträt der Braut Kaiser Leopolds I. Erzherzogin Claudia Felicitas, zu malen. Na seiner Rückkehr wuchs sein Leiden immer an, bis es fast in Verstandesschwäche überging. Er war fast nie aus Florenz entfernt und starb daselbst 17. Jan. 1686. D. hat nur Olgemälde hinterlassen, deren Mehrzahl die Galerie Pitti bewahrt (darunter der reuige Petrus, St. Andreas vor dem Martyrium im Gebet versunken). Eins seiner edelsten Werke ist die orgelspielende heil. Cäcilie in Dresden, Herodias mit dem Haupte des heil. Johannes und Christus, das Brot segnend (lebendaselbst). Eine Madonna mit dem Kinde, eine mater dolorosa und die Allegorie der Aufrichtigkeit befinden sich in der kaiserl. Galerie zu Wien, endlich besonders viel Gemälde in engl. Sammlungen. — Seine Tochter Agnese war ebenfalls eine tüchtige Malerin; sie kopierte besonders die Originale ihres Vaters. Sie starb schon 1680.