Domene (Lac), kleiner Bergsee im Bezirk Sense des schweiz. Kantons Freiburg. (S. Schwarzsee.) Namen Domenico Zampieri, berühmter Maler der Schule zu Bologna, wurde daselbst 1581 geboren und bildete sich zuerst bei Dionys Calvart, nachher bei den Carracci. Anfangs entwickelte sich sein Talent nur langsam, sodaß er den Mitschülern zum Gespött war; späterhin hatte er von der Eifersucht seiner Kunstgenossen zu leiden, doch brach sich sein Genius siegreich Bahn. Er hatte sich auch mit Baukatht beschäftigt und wurde bei einem längern Aufenthalt in Rom vom Papst Gregor XV. zum Aufseher der päpstl. Gebäude ernannt. Palast und Gärten der Villa Aldobrandini zu Frascati sind nach seinen Angaben eingerichtet. In Neapel, wo er seit 1629 wohnte, verfolgte ihn der Neid der Naturalistenschule, wie früher in Rom die Mißgunst Lanfrancos, indem man ihm die Wände verdarb, auf welchen er malen sollte. An dem Gifte seiner Neider soll er auch 15. April 1641 gestorben sein, vor Vollendung der Fresken in der Kapelle del Tesoro im Dom, die zu seinen besten Arbeiten gehören. In den Werken D.s offenbart sich eine mehr still sinnige Ruhe als gewaltige Kraft, weshalb auch seine Komposition bei großer Korrektheit doch oft etwas Einfaches, in den Banden der Carraccischen Kunstregeln Befangenes hat. Dagegen ist das einzelne hier und da von einer reinen, milden Schönheit und Naivetät, wie seit Rafael kaum bei einem andern Künstler Italiens. Sein berühmtestes Bild, die Kommunion des heil. Hieronymus (im Vatikan), ist eine direkte, aber im einzelnen höchst anmutige Nachahmung des Gemäldes von Agostino Carracci, welches denselben Gegenstand darstellt. Bologna schmückt seine herrliche Madonna del Rosarid und die Marter der heil. Agnes. An den Fresken zu San-Luigi in Rom und zu Grottaferrata sind weniger die Kompositionen als die schönen Einzelheiten, vorzüglich in den Nebenfiguren, bewundernswert. lüberhaupt ist es eine Eigentümlichkeit dieses Meisters, daß er Nebenpersonen, z. B. des zuschauenden Volks u. s. w., mit besonderer Anmut und vorzüglich feiner Beobachtung des Lebens zu schildern verstand. Die höchste Schönheit erreichte D. in dem Leben der Heiligen Jungfrau, im Dom zu Fano, zumal in dem Bilde der Visitation. Von seinen nicht häufigen Staffeleibildern, welche sich im Kolorit nicht über das Niveau der übrigen Bologneser erheben, ist der Johannes in der Begeisterung Gu Stuttgart) durch den schönen Müllerschen Stich sehr populär geworden; die Galerie Borghese enthält seine in anderer Weise vortreffliche Diana mit den Rymphen. Seine Landschaften, meist mit mytholog. Staffage, sind wie die des Annibale Carracci meist großartige Stimmungsbilder als Hintergrund der histor. Vorgänge in der Darstellung. Man findet deren in der Villa Ludovisi und der Galerie Doria in Rom, im Louvre, in der Bridgewater-Galerie zu London u. s. w. Vgl. Bolognini-Amorini, Vita del celebre pittore D.% (Bologna 1839). Domesday-book oder Dooms daybook, liber judiciarius Angliae, ist der Name des großen Reichsgrundbuchs, welches unter Wilhelm dem Eroberer in den Jahren 1083—86 zu Stande gebracht ist und in beispielloser Ausführlichkeit ein Bild von dem damaligen Zustand des engl. Grundbesitzes gibt. Es dient bis heute ebenso wie der Geschichtsforschung so auch für mannigfaltige Fragen der Staatsverwaltung und der Rechtsverhältnisse als zuverlässige Grundlage. Irrig ist allerdings die früher allgemein angenommene Meinung, daß schon in diesem Reichsgrundbuch eine Einteilung Englands nach Ritterlehnen zu finden sei, es gibt vielmehr nur den Besitzstand der einzelnen Personen am Schlusse der Regierung Eduards des Bekenners, beim Regierungsantritt Wilhelms I. und zur Zeit der Aufnahme der Verzeichnisse an. Erst auf der Basis dieses Grundbuchs ist seit Wilhelm II. die Verteilung der Heereslast nach 0 Ritterlehnen und die Lalmise Ausbildung der Lasten-und Rechtsverhältnisse des engl. Lehnswesens im Laufe von etwa zwei Menschenaltern durch die Praxis des engl. Schatzamts vollendet worden. Die neuern Untersuchungen von Freeman (History of the Norman Conquesto, 1879) Lerer in dieser Beziehung wichtige Berichtigung älterer ausfuhrinch gebracht. Die Entstehung des D. gibt ausführ ich Lappenberg in seiner „Geschichte von England‚ eine ausführliche Einleitung Gir H. Ellis (Introduction to the D.», 1833). Amtlich gedruckt ist das D. im Jahre 1783 in zwei Foliobänden mit Nachträgen, allerdings nicht leicht lesbar, da die amtliche üngenada den Text nur mit den zahllosen Abkürzungen abgedruckt hat. Von einzelnen Grafschaften sind seit 1862 Separatabdrücke in leserlicher Form erschienen. Die ausführlichen statistischen Grundlagen, welche England schon aus der normann. Zeit zu geben ndbuch beruhen vorzugsweise auf diesem Reichsgrundbu