FeedCavedöne (Giacömo)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Cavedöne (Giacömo), ital. Maler, geb. 1577 (oder 1580) zu Sassuolo im Modenesischen, war ein Schüler seines Vaters Pellegrino, spater der Carracci, deren Stil, besonders den des Ludovico Carracci, er täuschend ½ verstand, stand aber auch unter dem Einflusse des Correggioschen Stils. Nicht minder glücklich war er in Nacheiferung der venet. Koloristen, wie man aus einien Bildern in San-Paolo zu Bologna ersieht. Be-Iomers berühmt ist sein Heiliger Stephan in einer Kirche zu Imola; desgleichen verdienen seine kleinern Werke, sog. Kabinettstücke, ihrer Zartheit und Vollendung wegen Lob. In Rom half er dem Guido Reni bei dessen Arbeiten; später ließ er sich in Bologna nieder. Der Tod seines ihm nachstrebenden Sohnes wie auch der Sturz von einem Malergerüst schwächten seine künstlerische Kraft in dem Maße, daß er, immer tiefer sinkend, sich endlich genötigt sah, seine Zuflucht zum Bettelstabe zu nehmen. Er 5 im Elende 1660. Mehrere seiner Werke wurden durch J. M. Metelli, S. Sacciati u. a. in Kupfer gestochen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 89Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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