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ReligionBrockhaus 1882

Donatisten heißen nach ihrem Bischof Donatus die Anhänger einer schismatischen Partei, welche in Nordafrika im 4. Jahrh. von der kath. Kirche sich trennte, weil sie von den einzelnen Christen als Bedingung ihrer Hedinhee zur Kirche, von den Geistlichen als Bedingung der wirksamen Sakramentsverwaltung volle sittliche Reinheit forderte. Während der Verfolgung unter Diocletian hatte Mensurius, Bischof von Karthago, sich den Unwillen der Rigoristen zugezogen, weil er durch die Übergabe ketzerischer Bücher statt der heiligen Schriften sich der Verfolgung entzogen hatte und durch den Archidiakon Cäcilianus der schwärmerischen Verehrung der Konfessoren entgegengetreten war. Nach Mensurius' Tode (311) wählten seine Freunde den gleichgesinnten Cäcilianus zum Bischof von Kedie u0 aber die Furcht vor der Gegenpartei ließ sie die Wahl in unstatthafter Weise beschleunigen und die Weihe gegen alles Herkommen nicht durch den Primas von Numidien vollziehen, sondern durch den als Traditor Rche als Auslieferer der heil. chor 5 an die heidnische Obrigkeit) verdächtigen Bischo Felir von Aptunga. Dadurch erhielt die Partei der Rigoristen willkommenen Grund, die Wahl anzufechten. Sie wählte den Lektor Majorinus, und als dieser 313 starb, Donatus d. Gr. zum Bischof von Karthago. Das Schisma verbreitete sich über ganz Nordafrika, da die Mehrzahl der Landbewohner und eine große Zahl von Bischöfen sich für Donatus aussprach. Raiser Konstantin d. Gr. übertrug dem röm. Bischof Melchiades die Untersuchung der Sache. Trotz der Bemühungen des Bischofs Donatus von „Caesae nigrae in Numidien wurde Cäcilian freigesprochen, Donatus abgesetzt. Ebenso urteilte eine Synode zu Arles 314, und Konstantin selbst 316, als er durch die Appellation der D. zu einer )persönlichen Entscheidung . ward. Er Uverbannte ihre Bischöfe, schloß ihre Kirchen, ließ sie jedoch bald wieder gewähren, als diese Maßregeln wenig Erfolg zeigten. Als Kaiser Constans wieder zur Gewalt griff, verbanden die D. sich mit den sog. Circumcellionen, d. h. mit den schwärmerischen Asceten, welche ohne feste Wohnsitze bettelnd und predigend das Land durchzogen. Der Staat griff zu den Waffen, und nach längerm Kampf ward 345 durch Taurinus wenigstens die äußere Ruhe wiederhergestellt. Das Schisma jedoch dauerte fort, und mehrere Kaiser noch sahen sich veranlaßt, mit scharfen Edikten gegen die D. vorzugehen. Ihr gewaltigster Gegner erstand ihnen in Augustin. Im J. 411 wurde zu Karthago eine große Disputation abgehalten, B welcher 286 katholische und 279 donatistische Bischöfe zu-Rah waren. Der kaiserl. Kommissar sprach den atholiken den Sieg zu, 414 wurden den D. alle bürgerlichen Rechte entzogen, 415 die Erlaubnis, 10ch hielten ue Zusammenkünfte zu halten. Dennörd hielten sie sich, bis im 7. Jahrh. die ganze nordafrik. Kirche durch die Araber vernichtet wurde. Vgl. Optatus Milevitanus, HDDe schismate Donatistarumo (Par. 1700); Ribbeck, «Donatus und Augustinus v (2 Bde., Elberf. 1857— 58); Deutsch, «Drei Aktenstücke zur Geschichte des Donatismus » (Berl. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 459Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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