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ErdkundeBrockhaus 1882

Donaumoos, früher auch Schrobenhauser Moos genannt, eine durch die Geschichte ihrer Kultur berühmt gewordene ebene und kahle, früher moorige und ungesunde Landstrecke auf dem rechten Ufer der Donau, in den bayr. Regierungsbezirken Schwaben und Oberbayern zwischen Neuburg und Ingolstadt, Pöttmes und Schrobenhausen gelegen, dessen Scheitel gegen Neuburg und dessen Basis längs den Scheidehügeln gegen die Paar (von Pöttmes bis Oberstimm) liegt. Seine Länge von Pöttmes bis Oberstimm beträgt 32 Km, seine Breite verschmälert sich ostwärts von 22 bis zu 2,5 km und sein Umfang mißt etwa 110 km. Es wird von der Donau im N. und NW., von der Paar im S. und SO., von der Sandrach im NO. umschlossen, aber gegen die Stromfurchen der Donau und Paar selbst durch dünenartig aufgeworfene Hügelreihen geschieden, auf denen, weil sie von Überschwemmungen frei bleiben, seit älterer Zeit Reihen von Ortschaften liegen. Die ganze Moosfläche ist von vielen in die Donau und durch die Sandrach in die Paar ausmündenden Kanälen und Gräben durchzogen, welche, mit Ausnahme der Ach, bei der Kultivierung neu angelegt wurden. Der Hauptkanal ist gegen 30 kmelang. über die Kanäle und Gräben führen über 2000 Brücken und Brückchen. Durch die Trockenlegung des Mooses, welche schon 1791 unter dem Kurfürsten Karl Theodor begann und von der ersten in Bayern privilegierten Aktiengesellschaft bis 1796 durchgeführt wurde, hat man über 200 akm kulturfähigen Boden gewonnen, auf dem in zählreichen Kolonien 4600 E. angesiedelt sind. Jetzt ist das D. nahezu vollständig entwässert und für Gras und leichtern Getreide-, sowie Hack- und Gartenfruchtbau sehr geeignet. Man rechnet 6460 ha Ackerland, 9231 ha Wiesen und 1028 ha Weiden. Die Bevölkerung nährt sich außerdem vorzugsweise durch Gewinnung von Torf, welcher stellenweise 6—7 m mächtig ist. Sie bestand lange Zeit nur aus Ansiedlern, welche meist aus Baden und der Pfalz zuwanderten, jetzt aber sich mit der Einwohnerschaft der umliegenden altbayr. Gebiete stark vermischt haben. Viele der ursprünglichen Kolonien haben sich zu Iaulder Dörfern mit Kirchen und Schulen ausgebildet (Marxfeld, Karlshuld, Karlskron, Stengelheim, Klingsmoos, Ludwigsmoos u. s. w.). ö ö „Donauprovinz (Tung-Vilajet), bis 1878 ein Vilajet der europ. Türkei von 85623 qkm mit 2 Mill. E., bildet gegenwärtig in seinem größern Teile das Fürstentum Bulgarien, während der kleinere, nordöstlichste Teil (die Dobrudscha) seit 1878 zu Rumänien gehört. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 465Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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