Dong (Döng), die am meisten verbreitete Münze und das Zahlmittel des täglichen Verkehrs in Annam und Kambodscha, ½o der Goldrechnungseinheit Kwan (Quän, d. h. Faden, Schnur), welche letztere ihren Namen daher hat, daß die D. in Ligaturen von gewöhnlich 600 Stück zusammengebunden (aufgereiht) werden. Das D. ist eine Nachahmung des chines. Li oder Käsch, von den Missionaren und in Macao Sapeke, Sapeca genannt, auch Ipeh, in Kambodscha Peti genannt. Bis zu Anfang des 19. Jahrh. prägte man das D., dessen Geltungswert etwa ½ bis ½ Pfennig deutsche Währung ist, teils aus Messing, teils aus Kupfer; später versuchte man die kupfernen Stücke durch bleierne 6 ersetzen, und endlich adoptierte man als Material das im Lande sehr reichlich vorhandene und leicht zu gewinnende Zink, welches zugleich Blei und Eisen enthält und, zusammen mit diesen letztern beiden Metallen, im D. eine sehr zerbrechliche und leicht abnutzbare Legierung darstellte. Das D. soll eigentlich die Schwere des gleichnamigen Gewichts haben, d. i. 3,965 g, hat jedoch meist ein etwas geringeres Gewicht. Das D. hat in der Mitte ein viereckiges Loch, wie das chines. Li oder Käsch, um aufgereiht werden zu können. Man fädelt je 60 Stück ( 1 Moht-tién) zusammen auf eine Schnur und vereinigt 10 solcher Schnüre zu einer Rolle, welche ein Kwan genannt wird, von den Missionaren eine Reihe (frz. enfilade) oder ein Band (ligature). In Kambodscha schnürt man in der Regel je 10 Tschutschu (Kwan) der betreffenden Zinkmünzen, also 6000 Stück Peti (D.) 6. einem Paket zusammen, und mehr als drei solche Pakete kann ein Mann nicht tragen. In Oberkambodscha hat der König dieses Landes seine eigene Prägeanstalt für die Petistücke. Die Vorderseite des D. zeigt vier Charaktere, deren letzte den Namen der Regierung (jeder Kaiser gibt nach chines. Brauch der seinigen einen eigenen, euphemistischen Namen); die Rückseite trägt die das Gewicht des Stücks angebende Grwicht Thaht fahno, d. i.7 Fahn (1 Fahn ½o Gewichtsdong = 0,3905 g, 7 Fahn also 2,7335 g), welche Schwere der Kaiser Gia-long verordnete. Zur Auswechselung legt man die D. wohl (in Kambodscha wenigstens) in schmale Holztröge, deren Größe an eine bestimmte Zahl Stücke, die sie enthalten sollen, berechnet und genau bekannt ist; man mißt nur die Länge derselben. In Niederkambodscha hat seit der franz. Besitznahme der Piaster das D. mehr und mehr, in der Hauptstadt Saigon fast ganz verdrängt, und es wurden dort selbst von den Eingeborenen die D. fast nur noch als Scheidemünze im Kleinverkehr benutzt.