Donez, eigentlich der Nördliche Donez genannt, ein rechter Nebenfluß des Don, entspringt im russ. Gouvernement Kursk, in einer Hügellandschaft, durchströmt dann das Gouvernement Charkow, das Land der Donischen Kosaken, und ergießt sich etwas oberhalb der Station Kotschetowskaja nach einem Laufe von 1189 Km in den Don. Sein Lauf ist von der Quelle bis zu der Stadt Smijew im Gouvernement Charkow im allgemeinen ein südlicher, hierauf wendet er sich nach Südost und behält diese Richtung unter sehr zahlreichen KrümumTei bis zu seiner Mündung. Im obern und zum Teil im mittlern Laufe fließt der D. vorwiegend durch Kreideformation, weiter unterhalb fast durchweg durch Kohlenformation, in welcher ausgedehnte Kohlenlager zu Tage treten. Das rechte Ufer, an welchem sich nicht selten weiße Kreidefelsen zeigen, ist überall höher als das linke, das nur selten Erhöhungen aufzuweisen hat. Das Thal des D. wird im Frühling bei Hochwasser 5—6 kmeüberschwemmt. Die Breite des D. wächst in besehr untern Laufe bis 120 mean, doch ist dieselbe sehr schwankend, da der Fluß nicht selten eingeengt wird. Ebenso verschieden ist seine Tiefe, die an manchen Stellen 7 merreicht, worauf sie wieder bis auf ½ m abnimmt. Infolge dessen ist die Schiffahrt auf dem D. nur unbedeutend und beschränkt sich auf die Frühlingsmonate; auch der Fischfang ist kaum nennenswert. Noch im 17. und 18. Jahrh. war der D. weit schiffbarer als gegenwärtig, indem durch die rücksichtslose Entwaldung seiner Ufer am obern und mittlern Laufe sich Treibsandgeschiebe gebildet Di wodurch auch der Fluß an vielen Stellen is zur Unfahrbarkeit versandet ist. Durchschnittlich ist der D. 100 Tage im Jahre, von Mitte Dezember bis Mitte März, mit Eis bedeckt.