FeedDrachenfels
GeschichteBrockhaus 1882

Drachenfels heißt die steilste der berühmten sieben Trachytkuppen des Siebengebirges (s. d.) bei Königswinter, rechts am Rhein, 325 mhoch (277 über dem Rhein), seit 1836 wegen der Steinbrüche (Dombruch, aus welchem auch in neuerer Zeit roßenteils das Material zum Ausbau des Kölner oms genommen wurde) im Besitze des preuß. Staates. Die daraufstehende Burg (Drachenburg), von welcher nur noch die etwa 21 m hohe Mittelwarte übrig ist, soll vom Erzbischof Friedrich J. von Köln erbaut sein. Das Domkapitel ließ schon um 1267 hier Steine zum kölner Dombau brechen. Im J. 1632 nahmen die Schweden, 1633 die Spanier die Fisen welche bald nachher Kurfürst Ferdinand schleifen ließ. Die Platte des D., welche eine prächtige, weite Aussicht gewährt, ziert seit 18. Okt. 1814 ein Obelisk zum Andenken an den im Kampfe ur das Vaterland gefallenen Major von Boltenstern und den Landwehrfuhrer J. Genger von Königswinter. Das Denkmal verfiel, wurde aber 1857 durch eine 15 m *3 gotische Weut der ersetzt. An der Domkaul wächst ein roter Wein, der unter dem Namen Drachenblut bekannt ist. Auf halber Bergeshöhe, —— der Weinberge, befindet sich die Drachenhöhle, in welcher nach der Sage der Drache hauste, welchen Siegfried erschlug.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 517Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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