Brühl, Marktflecken mit (1880) 3681 meist kath. E. im Landkreise Köln, Regierungsbezirk Köln, der preuß. lle ines in reizender Gegend am Fuße der Ville, eines zum Rhein sich abstufenden Vorgebirges der Eifel, 13 Km südwestlich von Köln, an der Staatsbahn Köln-Bingerbrück gelegen, welche den b. Aurchen Schloßpark durchschneidet, 5 zwei kath. Kirchen, seit 1823 ein kath. Schulehrerseminar, seit 1854 eine ständische Taubstummenanstalt und ein jetzt königl. Schloß. Dasselbe wurde 1728 an Stelle eines von den Franzosen zerstörten ältern Baues aus dem 13. Jahrh. als Sommerresidenz Augustenburg vom Kurfürsten Clemens August in prächtigem Renaissancestil erbaut. Von 1809—13 war es im Besitz des Marschalls Davoust als Fürsten von Eckmühl, nachdem es seit 1804 Sitz der 4. Kohorte der franz. Ehrenlegion gewesen war. Nach 1814 stand das Schloß lange öde und geriet in Verfall, bis es 1842 König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wiederherstellen ließ. In den Hauptsälen befinden sich alte Bildnisse kölnischer Kurfürsten und anderer Fürsten, im Rittersaale und im schönen Treppenhause Freskogemälde. Der Schloßgarten und der im Anfange des 16. Jahrh. durch Kurfürst Hermann IV. angelegte Park, in welchem das ehemalige Jagdschloß alkenlust (ietzt Privateigentum) steht, werden von Köln aus viel besucht. In der Nähe des Bahnhofs ist eine Wasserheilanstalt. Im J. 1263 verlegte der kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg seine Residenz von Köln nach B., nicht lange darauf aber nach Bonn; doch weilten die spätern Kurfürsten gern zu B. Erzbischof Sigfried von Westerburg erbaute hier 1284—93 ein festes Schloß und umgab die Stadt mit Mauern. Im J. 1651 fand der aus Frankreich vertriebene Mazarin ein Asyl im Brühler Schloß, welches bald darauf nach Emde der Stadt von den Franzosen zerstört wurde.