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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Drama, Hauptstadt eines Sandschaks im europ.⸗ türk. Vilajet Saloniki, zählt 7500 CE., welche Baumwoll⸗ und Tabaksbau, Baumwollspinnerei und Tabakshandel treiben. D. liegt an der Stelle des alten Drabeskos (s. d.). Dramaturgielgrch.) bezeichnet zunächst die Theorie der dramatischen Poesie. Da aber die dramatische Poesie ihrem Wesen nach genau mit der Kunst der dramatischen Darstellung zusammenhängt, so hat man das Wort D. dann auch auf die Theorie der Schauspielkunst (s. d.) angewendet, sodaß 1, ld ten, die als dramaturgische bezeichnet werden, bald mehr die dramatische Poesie, bald 2e die Kunst der dramatischen Darstellung, oft aber beide Künste zugleich zu ihrem Gegenstande haben. Wenn man unter D. die Theorie des Dramas versteht, so ist die Poetiko des Aristoteles die erste D., die geschrieben worden ist, und alle ästhetischen und litterar½. Lehrbücher und Monographien, die vom rama handeln, gehören in diese Klasse. Versteht man aber D. in jenem gemischten Sinne, nach welchem sie Drama und dramatische Darstellung zugleich umfaßt, so war die erste D. dieser Art die Lessings, denn von den „Schildereien der Kochschen Bühne » kann nicht die Rede sein. Was sich an Lessing anlehnte, wie Bode und Claudius (Dramaturgisches Etwasv, Hamb. 1774), Schink (Dramaturgische Blättero), Schmidt (Dramaturgische Aphorismeno) und Zimmermann (Dramaturgische Blätterv), ist, mit Lessing verglichen, bedeutungslos, wenn auch manches einzelne in ihnen, sowie in Ifflands Theateralmanacho und Schreyvogel-Wests „Dramaturgischen Aufsätzeno nicht ohne Wert ist. Eine neue Periode beginnt mit Börnes und Tiecks «Dramaturgischen Blätterno, die, so ver1. sie auch unter sich sind, doch beide bereits in er Zeit der verfallenden dramatischen Poesie wie der verfallenden Schauspielkunst schreiben und daher bwas sen Gln von Tieck gilt) aus der Erinnerung der großen Glanzzeit nur um so tiefer alle einzelnen Diesen dal der dramatischen Kunst herausheben. iesen haben sich in neuerer Zeit Gutzkow, A. Stahr (Oldenburgische Theaterschaue) und Rötscher (Drasen. Besor Skizzeno) in würdiger Weise angeschlossen. Besonders ist aber auch in neuester Zeit viel für die Theorie der dramatischen Darstellung gethan worden. Nachdem hier namentlich Engel, dessen Ideen zur Mimiko bleibenden Wert behalten, und Thürnagel vorangegangen waren, faßte Rötscher in »Die Kunst der dramatischen Darstellungo (Berl. 1841) die ganze Theorie gründlich, aber einseitig und doktrinär und daher mehr für den gelehrten Dramaturgen als für den praktischen Schauspieler geeignet, zusammen. Vgl. Ed. Devrient, Geschichte der deutschen Schauspielkunste (5 Bde., Lpz. 1846 —74). Dramburg, ehemals Drage-oder Draweburg, Kreisstadt in der preuß. Provinz Pommern, Regierungsbezirk Köslin, an der Drage und an der Linie Ruhnow-Konitz der Preußischen Staatsbahn, ist Sitz eines Landratamts und eines Amtsgerichts, hat ein Gymnasium und ein evang. Schullehrerseminar und zählt (1880) 6049 E., welche Ackerbau und Viehzucht, sowie Tuchfabrikation treiben. Die Stadt ist 1279 von Arnold von der Golz angelegt und war ehedem mit hoher Mauer und doppelten Wällen und Gräben versehen, die aber seit 1782 abgetragen sind. — Der Kreis Dram burg ist 1171,0 akm groß und zählt (1880) 37225 Bewohner.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 531Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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