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AllerleiBrockhaus 1882

Dar-Salah, s. Wadai. Darstellende Künste, soviel wie bildende Künste, speziell die Künste, welche Kunstwerke anderer Autoren reproduzieren und möglichst vollendet zur Anschauung bringen, wie Schauspielkunst, detische und musikalische Deklamation. (S. Dartellung.) Darstellung. Darstellen heißt etwas zu einem Gegenstande der äußern Anschauung machen. Das, was dargestellt wird, kann entweder ein Wirkliches sein, welches im Bilde der sinnlichen Auffassung dargeboten wird, oder ein innerlich Gedachtes und Vorgebildetes, für welches die D. einen sinnlichnameulich u Ausdruck sucht. So versteht man namentlich unter ästhetischer D. diejenige Behandlung einer ästhetischen Idee, durch welche diese eine ihr entsprechende, durch sich selbst gefallende Form für die Anschauung erhält. Ein sinnlich Anschaubares soll eine bestimmte Idee des Geistes ausdrücken und einen dieser Idee gemäßen Gefühlszustand hervorbringen. In dieser Forderung liegen Anschaulichkeit, Sachlichkeit und Vollständigteit als unerläßliche Bedingungen. Am meisten und im engsten Sinne sind es die bildenden Künste, und unter diesen vornehmlich die Plastik, welche darstellen können, indem sie das künstlerisch Gedachte als wirklichen, raumerfüllenden Gegenstand den dafür empfänglichen äußern Sinnen hinstellen; sie bringen Gestalten im eigentlichen Sinne hervor. Wo andere Künste, namentlich die Poesie, darstellen, ist dies nur dadurch möglich, daß sie in dem Auffassenden durch das Mittel der D., die Sprache, diejenigen Vorstellungen und Gefühle erregen, die der Gegenstand, wenn er selbst vor das Auge hinträte, erregen würde. Auf dieser Täuschung beruht die poetische Wahrheit. Deshalb pflegt man das Epos und das Drama vorzugsweise darstellende Dichtungsarten zu nennen. Der Schauspieler hat die darstellende Poesie, und zwar durch seine ganze Persönlichkeit zu versinnlichen. Die handelnde Person, die er aus dem Drama des Dichters vorstellt, soll er nicht bloß vorstellen, d. h. er soll nicht bloß einen Schein haben, als ob er jene Person sei, sondern soll jenen Schein bis zur Täuschung erheben als sehe man wirklich jene Person.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 891Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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