Drouet d' Erlon (Jean Baptiste, Graf), franz. Marschall, geb. 29. Juli 1765 zu Rheims, diente, durch List geworben, fünf Jahre lang in der königl. Armee, wurde 1787 verabschiedet und trat 1792 in ein Freiwilligenbataillon. Nachdem er 1793 zum Kapitän und Adjutanten des Generals Lefebvre, 1795 zum Generaladjutanten befördert, ward er 1799 Brigadegeneral, 1803 Divisionsgeneral und bald darauf Chef des Generalstabes beim 10. Korps, 1807 beim Reservekorps und 1809 bei der bayr. Armee. D. führte 1805 die Truppen, welche durch Franken nach Bayern marschierten, und seit 1810 eine Division unter Masseéna in Spanien, schlug 1811 den engl. General Hill und warf ihn auf Lissabon zurück, war 1813 Befehlshaber der Armee des Centrums und kämpfte 1814 unter Soult bei Toulouse. Nach dem Sturze Napoleons gab ihm Ludwig XVIII. den Befehl über die 16. Militärdivision. Allein im März 1815 wurde er als Mitschuldiger eines Aufstands im Depart. du Nord gefangen gesetzt. Es ist später erwiesen worden, daß D. allerdings die Seele dieser orleanistischen Bewegung war. Bei der Annäherung Napoleons benutzte er die Verwirrung, um sich der Citadelle von Lille, wo er gefangen saß, zu bemächtigen, und erklärte sich mit allen Offizieren seiner Division für den Kaiser, der ihn zum Pair von Frankreich ernannte und ihm den Befehl über das 1. Korps übertrug. Mit diesem kämpfte D. bei Quatre-Bras und hatte bei Waterloo den Hauptanriff auszuführen. Nach der Kapitulation von Paris zog er sich hinter die Loire zurück, floh aber, durch die Ordonnanz vom 24. Juli geächtet, nach Bayern, wo er in der Nähe von Bayreuth lebte. Infolge der Amnestie vom 28. Mai 1825 kehrte er nach Frankreich zurück. Nach der Julirevolution 1830 erhielt er den Befehl der 12. Militärdivision, bewirkte 1832 die Verhaftung der Herzogin von Berri, war vom Sept. 1834 bis Aug. 1835 Generalgouverneur von Algerien, übernahm dann wieder die 12. Militärdivision, wurde im Mai 1843 Marschall und starb 25. Jan. 1844 zu Paris.