FeedDschelam (Dschihlam)
ErdkundeBrockhaus 1882

Dschelam (Dschihlam), der westlichste der fünf Flüsse, welche östlich vom Indus die anglo-ostind. Provinz Pendschab durchströmen und derselben den Namen gegeben haben, entspringt in Kaschmir unter 348 nördl. Br. und 7548 östl. L. (von Greenwich) und tritt durch den Paß von Baramula in der Pir Pandjal genannten Gebirgskette aus Kaschmir heraus und nach einem zuerst wesentlich westlichen, später mehr südl. Laufe von 208 km in das Pandschab über. Bei seinem Durchtritt durch den Baramulapaß beträgt seine Breite etwa 150 m und eine Brücke aus sieben Bogen führt über ihn hin. Wie in Kaschmir, so nimmt auch im Pendschab der D. eine Menge Nebenflüsse auf. Bei Musaferabad, ungefähr 330 km von seiner Quelle, verbindet sich mit ihm die aus Kleintibet herabkommende Kishinganga. Weiter südlich, nachdem der D. mit seinem Laufe die Richtung gegen SW. angenommen, etwa 400 km von seiner Quelle, beginnt er das Flachland des Pendschab zu durchströmen. Südlich von Dschelalpur, unter 32 40 nördl. Br. und 73 26 östl. L. (von Greenwich) wird sein Lauf mehr gerade nach S. gerichtet; unter 314 10“ nördl. Br. un 72˙ 9,/ östl. L. (von Greenwich) verbindet er sich mit dem Tschinab und mehr südlich auch mit dem Rawi und wird mit diesem von dem Satladsch aufgenommen, welcher ihn bei dem Orte Mithan-Kot, an der Pundschnad genannten Stelle, unter 28 57 nördl. Br. und 70 29“ östl. L. (von Greenwich) dem Indus zuführt. Das zwischen dem D. und dem Tschinab oberhalb ihrer 140 Mern gelegene Land bildet das sog. Jetsch Duab. Merkwürdig ist bei dem D., soweit er durch die Ebene des Pendschab strömt, sein Reichtum an Krokodilen. Der D. war ohne Zweifel der Hydaspes des Altertums. Der griech. Name ist nur eine Korruption des noch jetzt bei den in der Nähe des D. lebenden Hindu gebräuchlichen Namens Betasta für diesen Fluß. Daß die Schlacht zwischen Alexander von Macedonien und dem König Porus in der Nähe von Dschelalpur am D. stattfand, ist höchst wahrscheinlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 590Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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