Dschohor (Dijohor), ein kleiner Malaienstaat, umfaßt den füdlichsten Teil der malaiischen Halbinsel von der brit. Besitzung Malakka bis zum Kap Romania und erstreckt sich an der Ostseite weiter als an der westlichen gegen Norden. Der Beherrscher führt den Titel Sultan und ist gegenwärtig ein Vasall der Engländer; derselbe leitet seinen Ursprung von den Fürsten von Malakka ab. Das Reich D. war eine Kolonie von Malakka und war früher, namentlich vor 1641, wo die Holländer den Portugiesen Malakka entrissen, weit mächtiger und umfangreicher als gegenwärtig, da es sich nicht nur auf der Halbinsel viel weiter als jetzt ausdehnte, sondern auch alle zwischen letzterer, Banka und Borneo gelegenen Inseln zu ihm gehörten. Zu diesem gehörte auch Singapur, welches 1818 mit allen Souveränetätsrechten an England abgetreten wurde, während alle übrigen Inseln im Laufe der Zeit an Holland gelangt sind. — Der Hauptort Dschohor(Diohor), Residenzdes Sultans, an der Südküste gelegen, ist klein, ärmlich und schwach bevölkert. schokjokerta, richtiger Djocjakarta, der zweitgrößte der niederländ. Vasallenstaaten oder sog. Fürstenländer, mit einem Sultan an der Spitze, auf der niederländ. Insel Java in Hinterindien. D., nördlich von der Residentschaft Kadu und einem Teil des niederländ. Vasallenstaates Surakarta, östlich von letzterm, südlich von dem Indischen Ocean und östlich von der Residentschaft Bagelen begrenzt, hat ein Areal von 3089 qkm mit (1880) 444621 Seelen, von denen 1446 Curopäer, 441 192 Javaner, 1833 Chinesen, 133Araber und 17 andere Fremdlinge waren. D. besteht im allgemeinen in fruchtbarem, sich von den beiden mächtigen, die Grenze zwischen der Residentschaft Kadu und Surakarta bildenden Vulkanen Merbabu und Merapi, wellenförmig gegen Süden nach dem Meere zu erstreckendem, nur stellenweise in Hügelketten höher aufsteigendem Lande. Durch eine Anzahl von Flüssen, wie der Progo an der Grenze von Bagelen und D., der Oupak mehr östlich mit seinen Nebenarmen Tojan und Ogo, sowie andere kleinere ist D. gut bewässert. Die Bodenkultur daselbst befindet sich auf einer bemerkenswerten Höhe. Hauptkulturgewächse sind Kaffee, Zucker, Indigo und Tabak, massenhaft angepflanzt, hauptsächlich für den Handel und die Ausfuhr. D. bildete noch bis zur Mitte des 18. Jahrh. die westl. Hälfte des mächtigen Reichs Mataram in Centraljava. Am 13. Febr. 1755 aber trennte die Regierung der Niederländisch-Ostindischen Kompagnie dieses Reich, welches damals von dem sog. Kaiser von Java beherrscht wurde, in das Kaiserreich Surakarta und das Sultanat D. Im J. 1812, während der Zwischenregierung der Engländer über Niederländisch-Ostindien, wurde von dem Lieutenantgouverneur Sir Stamford Raffles ein Traktat mit dem Kaiser (Susuhunnan) von Surakarta und dem Sultan von D. geschlossen, wobei beide Fürsten einen Teil ihres Grundgebietes an die Engländer abtreten mußten. Eine noch viel beträchtlichere Abtretung wurde ihnen nach Beendigung des letzten javan. Kriegs 1825—30 von der niederländ. Regierung aufgelegt. Surakarta verlor bei dieser Gelegenheit die gegenwärtigen Residentschaften Kediri und Madiun, D. aber die Residentschaften Bagelen und Banjumäs. Gegenwärtig sind beide Fürstentümer in administrativer Hinsicht nichts als ben genen bedeu von Java, da die Beherrscher derselben gegen bedeutende Jahrgelder auch die Jurisdiktion und die Ausübung der Polizei an die niederländ. Regierung haben abtreten müssen. Sie selbst sind wenig mehr als Gefangene in ihren eigenen Palästen (Kratons), die sie kaum verlassen dürfen und wo sie, anhaltend streng überwacht und jeder Macht beraubt, von leerem Prunk umgeben, ihr thatenloses Leben in sinnlichem Genusse und Müssiggang hinbringen. — Der Hauptort Dschokjokerta, wo der Sultan und der niederländ. Resident residieren und auch eine verhältnismäßig nicht unbedeutende Truppenzahl garnisoniert, ist in anmutiger Gegend unweit der Küste, unter 7“ 48 südl. Br. und 110 21“ östl. L. (von Greenwich) gelegen und zählt (1880) 44 999 E.