FeedDschaintia
GeschichteBrockhaus 1882

Dschaintia, Jyntia oder Jayanta, ein in dem Chef-Kommissariat Assam gelegener, zu den sog. Hügelstaaten gerechneter Vasallenstaat des brit.⸗ind. Reichs, wird westlich von Khassia, einem andern der genannten Hügelstaaten, südlich von den direkt unter den Engländern stehenden Abteilungen Katschar und Silhatt der Provinz Assam, nördlich von dem Distrikt Nangong (Nawaganm), und östlich von ebendemselben, von dem Vasallenstaate der Nagahügel (Naga Hills) und dem Distrikt Katschar begrenzt. D. breitet sich zwischen 24 55⁵ und 26 7/ nördl. Br., sowie 91 53 und 92 48˙ östl. L. von Greenwich in einer Länge von 130 km von N. nach S. und 60 Em von O. nach W. aus. D. bildete früher das Besitztum eines unabhängigen Fürsten, des Radscha von D., mit dem die anglo-ind. Regierung zuerst während ihres Kriegs mit Birma im J. 1824 in Beziehung trat und einen Traktat schloß, der auch für seinen Nachfolger geltend gemacht wurde. Letzterer wurde aber 1835, als die engl. Regierung erfuhr, daß derselbe als Thronfolger vier engl. Unterthanen zum Zweck eines Menschenopfers hatte töten lassen, seines Reichs entsetzt und zu Dacca interniert. Die engl. Regierung annektierte seine Besitzungen, bildete später aber aus ihnen wieder 16 kleine Lehnsstaaten, welche an ihr ergebene eingeborene Häuptlinge übertragen wurden, über welche ein unter dem Chief-Commissioner von Assam stehender polit. Agent der Hügelstaaten die Aufsicht führt. Von Produkten von D. sind die daselbst in Menge vorkommenden Steinkohlen hervorzuheben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 586Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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