Dschunkowskij (Stepan Semenowitsch), russ. Staatsmann und Gelehrter, geb. 5. Jan. 1763 zu [ Lebedin aus einer alten kleinruss. Familie, empfing [ seine Erziehung in dem Kollegium zu Charkow und [ wurde dann von Katharina II. ins Ausland geschickt, um seine Studien zu vollenden. Nach einem siebenjährigen Aufenthalt in England kehrte er über [ Frankreich und Deutschland 1792 nach Petersburg zurück und wurde zum Hofrat und Lehrer der Töchter Kaiser Pauls ernannt. Im J. 1802 erhielt D. das Amt eines Direktors im Departement der Staatswirtschaft und öffentlichen Bauten, welches er bis 1828 bekleidete. Fast alle Reformen, die in dieser Zeit in den wirtschaftlichen Verhältnissen Rußlands stattfanden, Eu man seiner Einwirkungg zu verdanken. Die von ihm angebahnte Abschaffung. der Leibeigenschaft scheiterte jedoch an dem Widerstande des Adels und der Bureaukratie. Auch als beständiger Sekretär der Okonomischen Gesellschaft, zu welchem Posten er 1803 erwählt wurde, entfaltete er eine höchst nützliche Thätigkeit. Nachdem er sich 1828 mit dem Titel eines Geheimrats aus dem Staatsdienste zurückgezogen, starb er zu Petersburg 15. April 1839. Von seinen Schriften ist ein im Stil Delilles gehaltenes Lehrgedicht über Gartenbau (2. Aufl., Charkow 1810) und das hauptsächlich von ihm bearbeitete Neue und vollständige System der Landwirtschaft » (15 Bde., Petersb. 1817) zu nennen. In seinen religiösen Ansichten. neigte sich D. zu den Lehren Swedenborgs, von dessen Werke De cultu et amore Deir er eine handschriftliche Übersetzung hinterließ.