Amras (auch Ambras), landesfürstl. Schloß nebst Dorf in Tirol bei Innsbruck, das schon den mächtigen Grafen von Andechs und Tirol als Feste diente. Das Schloß besteht aus mehrern Gebäuden, unter welchen das sog. Hochschloß das älteste ist. Nach verschiedenen Schicksalen kam es an Kaiser Ferdinand I. und 1564 an dessen Sohn Erzherzog Ferdinand II., welcher sich mit seiner ersten Gemahlin, Philippine Welser (s. d.), meist hier auf7016 es 1566—89 namhaft erweiterte und hier ostbare Sammlungen von Büchern, Waffen, Kunstsachen, Gemälden, Altertümern u. dgl. anlegte, die nach Erlöschen der tiroler Linien der Erzherzöge von Ssterreich als österr. Hausgut meist na ien geführt wurden. Die Bibliothek schenkte die Kaiserin Maria Theresia zum größten Teile der Universität zu Innsbruck; 5880 seltene Druckwerke und 538 Handschriften kamen in die Hofbibliothek, die schönsten Münzen und Medaillen in das Münzkabinett zu Wien. Die Kunstkammer wurde anläßlich der franz. Invasion 1806 in ihrem größten und wertvollsten Teile nach Wien gebracht und dort unter dem Namen der Ambraser Sammlung im k. k. untern Belvedere aufgestellt. Diese enthält, außer 69 wertvollen Handschriften (unter andern die einzige der Gudrun), einer Menge prächtiger Rüstungen, Schnitzwerken A. Colins aus Kenbrin-Bijouterien, Krystallgefäßen, Bronzen, Elfenbeinarbeiten, Musikinstrumenten u. s. w., viele bemerkenswerte Bilder, namentlich 1200 Bildnisse berühmter Persönlichkeiten des 16. bis 18. Jahrh. Die neueste Übersicht dieser (zur Übersiedelung in das 1882 im Bau begriffene k. k. Hofmuseum bestimmten) Schätze enthält der «Führer durch die k. k. Ambraser Sammlungy von Ilg u. Böheim (Wien 1879). Eine ältere Beschreibung der ganzen Sammlung hat der Kustos derselben, Alois wersahr (Wien 1819), gegeben. In neuester Zeit erfuhr das Schloß sehr wesentliche Umgestaltungen. Auf Befehl des Kaisers wurden die dortigen Reste der Sammlung durch zahlreiche Kunstgegenstände und Waffen aus Wien und Laxenburg bereichert, welche, zum Teil in ganz neu dazu hergerichteten großen Sälen so- wie im Hochschloß aufgestellt wurden. Die jetzige Sammlung, von 1882 an dem Publikum wieder Mobußihe enthält 3000 Waffen, über 100 alte Möbel, 300 Gemälde, darunter sehr interessante historische Porträts, 500 Kleingegenstände in den verschiedensten Techniken, das Ganze nach der Anordnung Dr. Ilgs aus Wien arrangiert. ö