Danton (Georges), einer der hervorragendsten Charaktere der Französischen Revolution, geb. 28. Okt. 1759 zu Arcis-sur-Aube in der Champagne, lebte beim Ausbruch der Revolution in 66 31 als Advokat in unbedeutenden, durch sittliche Zügellosigkeit zerrütteten Verhältnissen. Seine revolutionären Reden im Café Royal und in den Sektionen machten ihn schnell zum Führer der untern Volksmassen, sodaß ihn schon der Herzog von Orléans durch sein Geld und dann Mirabeau zu fesseln und zu benutzen trachteten. Zum Präsidenten des Distrikts der Cordeliers erwählt, stiftete D. mit Desmoulins und Marat, nach dem Vorbilde der Jakobiner, den Klub der Cordeliers, der damals die Radikalsten der Radikalen umschloß. Am 17. Juli 1791 rief er das Volk auf das Marsfeld, um eine Petition für Absetzung des Königs zu unterzeichnen, machte sich dann aber, durch die bewaffnete Macht unter Lafayette vertrieben, fast zwei Monate unsichtbar. Bei den Aufständen vom 20. Juni und 10. Aug. 1792 trieb er vor allen andern die Massen gegen die Tuilerien und zum Umsturz des Throns an. Nach der Augustkatastrophe wurde er zum Justizminister erhoben. Schon waren die fremden Heere über die Grenze gedrungen, und Paris stand in der höchsten Verwirrung, als D. in der Nationalversammlung erklärte, daß Blut und Schrecken allein das Vaterland retten könnten. Er rief einen Verteidigungsrat zusammen, ließ die Waffen wegnehmen, ordnete die Verhaftung aller Royalisten und widerspenstigen Priester an und regte die Versammlung durch die Nachricht auf, daß die Anstalten zur Rettung des Vaterlandes getroffen seien. Am folgenden Tage begannen die sog. Septembergreuel, die von D. selbst organisiert und deren Zweck die Einschüchterung der Ordnungsfreunde bei den bevorstehenden Konventswahlen war. Von der Hauptstadt in den Konvent gewählt, legte D. das Ministerium nieder und betrieb mit Eifer die Verurteilun des Königs. Als die Armee Dumouriez' siegrei in Belgien vordrang, begab sich D. mit Laeroix zu Anfang des J. 1793 dahin, um das revolutionäre Regiment zu befestigen. Staats⸗ und Kirchengüter wurden von ihm zu diesem Zwecke konfisziert und verschleudert, wobei er sich selbst am wenigsten vergaß. Um nach dem Abfalle Dumouriez' die Anklage auf Einverständnis von sich And sengt trat er im Konvent mit Ingrimm auf und schlug sogar vor. die Provinzen im Falle einer Invasion völlig zu verheeren. Am 9. März 1793 wurde durch ihn ein außerordentlicher Geri riben ins Leben gerufen, das spätere Revolutionstribunal. D. war den Girondisten nicht völlig nauf . allein der wiederholte Antrag derselben auf h wib v der Septembermetzeleien zwang ihn, sich mit der auf die pariser Pöbelhefe gestützten Bergpartei zum Sturze der Gironde zu verbinden. Gegen seinen Willen mußten die ausgestoßenen Konventsglieder das aicht hal besteigen. Doch konnte er sich darum selbst nicht halten, und obschon er das Gesetz des Maximums sowie die Besoldung der Sansculotten durchsetzen half, sank sein Ansehen täglich. Nach dem Sturze Heberts und seiner Partei wurde von dem eifersüchtigen Robespierre auch D.s Sturz beschlossen. Trotz vielfacher Warnungen verschmähte D., sei es im Gefühle seiner Überlegenheit oder in moralischer Erschlaffung, die Flucht. In der Nacht vom 31. März 1794 wurde er mit Lacroix verhaftet. Am 3. April erschien er vor dem Revolutionstribunal, das ihn beschuldigte, er habe den Herzog von Orléans auf den Thron setzen wollen. Noch einmal erschütterte er die Hörer und die Richter selbst durch seine dröhnende Beredsamkeit, in der er von der Verteidigung zu den Wnse Anklagen seiner Versolger überging. Schon zögerte das Gericht, als Robespierre schnell im Konvent am 4. ein Dekret durchgehen ließ, das alle Angeklagten, welche die Justiz beleidigen oder ihr trotzen würden, ohne Verhör verdammte; unmittelbar darauf wurde das Todesurteil ausgesprochen. Am 5. April bestieg D. mit Desmoulins und andern Gegnern Robespierres das Schafott. Georg Büchner hat D.s Geschick in einer Tragödie behandelt.