FeedDupont (Jacques Charles)
GeschichteBrockhaus 1882

Dupont (Jacques Charles), genannt D. de l'Eure, franz. Staatsmann, geb. 27. Febr. 1767 zu Neubourg in der Normandie, wurde 1789 Advokat beim Parlament dieser Provinz, bekleidete während der Revolution und des Kaiserreichs verschiedene Amter, war auch Mitglied des Rats der Fünfhundert und funktionierte seit 1811 als Präsident am Gerichtshofe zu Rouen. Er war 1813 Mitglied des Gesetzgebenden Körpers, 1814 Vizepräsident der Deputiertenkammer, in welche er 1816—49 von verschiedenen Wahlbezirken beständig wiedergewählt wurde; während der Restauration gehörte er stets zur liberalen Kammerminorität und verlor wegen seiner u Mouen Jach der Haltung 1818 seine Stelle zu Rouen. Nach der Revolution von 1830 erhielt D. das Justizministerium, gab aber nach sechs Monaten, gleichzeitig mit Lafayette, seine Entlassung und trat wieder in die Reihen der Opposition. Mehrfach wurde er seitdem zum Präsidenten der Deputiertenkammer gewählt. In der Sitzung des 24. Febr. 1848, als die Anhänger der Regentschaft die Flucht ergriffen shwicht nahm D. den Präsidentenstuhl ein und bechwichtigte durch sein 4½½ bei dem eingedrungenen Volke den Tumult insoweit, daß es möglich wurde, eine Provisorische Regierung zu ernennen, zu deren Warte man ihn ausrief. Von Evreux und Paris in die Konstituante gewählt, nahm er zwar an den Arbeiten dieser Versammlung noch einigen Anteil, trat aber seitdem, vom Alter gebeugt, vom öffentlichen Schauplatz ab. Er starb 3. März 1855 auf seinem Landgute Rougepierre in der Normandie. Im J. 1881 wurde ihm ein Denkmal in Neubourg errichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 655Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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