Duisburg, Kreisstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf der Ruhr Rheinprovinz, unweit des Rheins und der Ruhr, welche beide Flüsse untereinander und mit der Stadt durch den 4 Kmlangen Rhein⸗ und Dasseldor verbunden sind 22 km nördlich von Düsseldorf, an den Linien Mülheimochfeld, Hochfeld-Oberhausen und Deutz-Oberhausen der Preußischen Staatsbahn, bildet einen eigenen Stadtkreis, ist Sitz eines Landgerichts, eines Amtsgerichts und einer Reichsbanknebenstelle und ist ein blühender Fabrik- und Handelsort mit (1880) 41242 CE. Die Fabrikthätigkeit erstreckt sich vorzugsweise auf Tabak, dann auf Färberei, Stahl- und Kupferwaren, Bier, sieben chem. Fabriken für Ultramarin, Soda, Schwefelsäure, Anthracen-Pottasche, Chlorkalk, feuerfeste Produkte, Alaun, blausaures Kali, Berlinerblau, Stearin, Seife, Dachpappe und Stärke. Auch bestehen eine Zuckerraffinerie (die an Rohzucker jährlich etwa 100000 Ctr. verarbeitet), zwei Baumwollspinnereien, zwei Webereien, ein Etablissement für den Bau fester Brücken, sieben Walzwerke für Stabeisen, ine und Fagoneisen, drei aschinenfabriken, drei Hohofenwerke mit zwölf Hohöfen, eine Kupferhütte, neun Dampfsägewerke, zwei Dampfmühlen, vier Eisengießereien, eine Röhrenfabrik, zwei Kesselschmieden, vier Schiffswerfte und eine Seidengazeweberei. Der blühende Handel beschäftigt sich vorzugsweise mit Kolonialwaren, Wein, Holz und Kohlen. Der Hafen Dis ist nächst dem ruhrorter der größte Flußhafen Deutschlands. D. ist ein sehr alter Ort, der zur Zeit der Römer Castrum Deutonis hieß, dann unter den fränk. Königen als Dispargum oder Duispargum (Drusiburgum) erwähnt wird und später (schon 1129) Freie Reichsstadt war, bis er 1290 an Kleve und —. an Brandenburg kam. Die St. Salvatorirche, 1401 erbaut, ist ein schönes Denkmal der spätern Gotik. Von höhern Unterrichtsanstalten besteht zu D. ein 1559 gegründetes Gymnasium und ein Realgymnasium. Die 1655 begründete Universität wurde 1806 aufgehoben. Gerhard Mercator (1512 — 94), zu Rupelmonde in Brabant geboren, hat 42 Krer Bat⸗ gelebt, und seine Familie hatte D. zu ihrer Vaterstadt. Das ihm von der Stadt u Denkmal wurde 2. Sept. 1878 enthüllt. Vgl. 4Beiträge zur Geschichte der Stadt D.y (Duisb. 1881).