Duma (russ.), Rat, sowohl im Sinne Beratung, als der Gesamtheit der Beratenden. Bei den ältesten russ. Fürsten bildeten die Spitzen ihrer Gefolgschaft, die Bojaren, den Rat, später dieselben als die vornehmsten Hof- und Dienstleute. Im moskauischen Großfürstentum hieß der Rat Bojarskaja duma, später auch Zarskaja duma; er bestand bis auf Peter d. Gr. und wurde unter ihm durch den Senat ersetzt. Die Landestage (semski ssobor) des moskauischen Zartums wurden auch als semskaja duma bezeichnet. Später kam das Wort außer Gebrauch. Seit Katharina II. wird es gebraucht zur Bezeichnung der Gesamtheit der Vertreter einer Stadt, Gorodskaja duma, und zwar unterschied man die allgemeine Stadtduma, die Versammlung der Stadtverordneten, und die sechsstimmige Stadtduma, die Stadtverwaltung. In der neuesten Städteordnung von 1870 wird D. nur zur Bezeichnung der Stadtverordnetenversammlung gebraucht. ö