FeedDumont (Pierre Etienne Louis)
AllerleiBrockhaus 1882

Dumont (Pierre Etienne Louis), Anhänger der Benthamschen Philosophie, geb. 18. Juli 1759 in Genf, ging, nachdem er seine theol. Studien beendet, 1783 nach Petersburg, wo er eine Predigerstelle übernahm, verließ aber schon 1785 Rußland, um in London die Erziehung der Kinder des Lord Shelburne, nachherigen Marquis Lansdowne zu übernehmen. Seine Talente und Charaktereigenschaften machten ihn bald zum Freunde dieses Ministers, der ihm eine einträgliche Sinekure verschaffte. In den ersten Jahren der Französischen Revolution hielt er sich zu Paris auf, wo er seinem Vaterlande Genf sehr nützlich wurde. Über seine Beziehungen zu den Hauptführern der Revolution geben seine KSouvenirs sur Mirabeau et sur les deux premières assemblées législativeso (Par. 1832) interessante Aufschlüsse. D. hatte an den meisten und besten Arbeiten Mirabeaus bedeutenden Anteil. Nach kurzer Anwesenheit in Genf ging er 1792 wieder nach England zurück und begann hier Benthams (s. d.) Ideen zu verarbeiten. So erschienen der Traité de législation civile et pénaler (3 Bde., Genf 1802; 2. Aufl. 1820), Théorie des peines et des rècompenseso (2 Bde., Genf 1810; 3. Aufl. 1825), «Tactique des assemblées législatives o (Genf 1815; 2. Aufl. 1822), Traité des preuves judiciaireso (2 Bde., Genf 1823), De l'organisation judiciaire et de la codificationo (Genf 1828). Durch diese Schriften sind die weitschichtigen und oft ganz unverständlichen Materialien der Benthamschen Philosophie erst in ein System gebracht worden. Nach der Restauration kehrte er nach Genf zurück, wo er seit 1814 Mitglied des der Wer Rats, sehr mupli wirkte. D. starb auf einer Vergnügungsreise nach Italien 30. Sept. 1829 zu Mailand.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 636Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Allerlei 6