Bentham 6 rismus, wurde als Sohn eines reichen Attorney zu London 15. Febr. 1748 Talent, bezog er schon im 13. Jahre die Universität Orford und promovierte 1764 als Baccalaureus. Er wurde 1772 Advokat; aber die Mißbräuche der daß Gerichtspflege verleideten 11 den Beruf, sodaß er ihm enisagte. Als Schri erst mit seinem gegen Blackstone 915 „Fragment on Governmento (Lond. 1776 auf, durch welches er die Freundschaft Lord S warb, der ihn mit den Häuptern der bindung brachte. Reise über Konstan nem Bruder, der in ruff. Diensten stand, und kehrte 1788 über Polen und Deutschland Aue Heimat zurück. Seitdem widmete u heorie einer vernunftgemäßen Gesetzge zuarbeiten und für deren Verwirklichung zu sorgen. Er starb 6. Juni 183 deten Systeme der Gesetzgebung nicht zum Abschlu Schuler; konnte, so übernahm es sein Freund un chüler, der Genfer Etienne Dumont, auf Grund der lpte W8 Schriften und der vorhandenen Manuf 8, ripte ö 52 Lehre in ein System — brinber und gab dieses Werk zu Genf in franz. eraus, das später von Beneke unter „Grundsätze der Civil⸗ und Kriminalgesetzgebung aus den Handschriften J. B.s, herausgegeben von Dumonto (2 Bde., Berl. 1830) ins Urumd. übertragen wurde. sch V er franz. und B. aus deren Systemen für seine Zwecke einen eigentümlichen Sensualismus (f. Utilitarismus). Seine Bemühungen in Bezug auf die Gesetzgebungspolitik sind von bede wesen, namentlich haben seine Erläuterungen ü Ar berr über die Organisakion der Gerichte, über die B der Gesetzgebenden Versammlungen u. s. w. einen weitreichenden Einfluß ausgeübt. Vielseitige Beachtung fand B. auch bnch seine Schrift Hanqp: ticon, or the inspection housen 2 Bde., Lond. 1791, in der er den Plan zu einem Gefängnisse mitteilt, in welchem ein 47 Mann, von einem in der Mitte des runden Gebaäudes befindlichen Turme aus, die Aufsicht über alle Gefangenen . glei RTort kann. In England selbst wurde B. von der Torypartei heftig angefeindet, welche ihn besonders deshalb fürchtete, weil er einer der ersten war, die auf eine Parlamentsreform hinwiesen, die „Prinzipien des Freihandels ve ochten und die Trennung von Staat und Kirche befürworteten. Die 1824 zu London gestiftete (Westminster Reviewy war N seine Lehren in England zu verbreiten. In Frankreich gewann B. den ersten und nachhaltigsten Einfluß. Er schickte chon der Konstituirenden Versammlung seine rinzipien der Gesetzgebunge ein, die von ihr vielfältig benutzt wurden. Kurz vor der Julirevolution fand unter den Kommunisten die Lehre B.s Anklang; man erklärte das Nützlichkeitsprinzip für die «véritable hilosophien und gründete in ihrem Interesse 1829 as Journal „L'utilitaireß. Im J. 1821 nahm der Staat Neuyork ein zum Teil nach B.s —.— ten ausgearbeitetes Gesehbuch an, welchem Beispiele 1826 Südearolina und 1830 Louisiana olgten. Eine Gesamtausgabe seiner Werke mit Bio1845. veröffentlichte Bowring (11 Bde., Lond. 1843). 7—77 irks, Modern utilitarianism; or the systems of Paley, Bentham and Millo (CLond. 1874). Beutheim, Grafschaft im 1 Handdr Westen der büncrr Provinz Hannover, zur nddrostei Osnarück gehörig, mit 923 qkm Flächenraum und (1875) 30213 E. In administrativer Beziehung erfällt das Land in die zwei Amter B. und Neuenhaus. * ersterm liegt die Stadt Bentheim, an der Eisenbahn Arnheim-Salzbergen, mit deni alten stattlichen Residenzschlosse, einem Mineralbade und 2287 E. Ein Teil des Bodens besteht aus Moorland und hat nur Viehweiden und Torfgräbereien; der übrige Teil ist fruchtbar an Getreide Hulserfeucten, Flachs und Holz. Früher war B. in die obere und in die untere Grafschaft Icher von der jene ½ der sog. Herrlichkeit Embichheim ein Reichslehn bildete, diefe aber vor zeiten von dem Bischof von Utrecht ½½ von der Provinz Oberyssel und dann, infolge ihrer Abtretung, von dem Prinzen Nassau-Oranien zu Lehn getragen wurde. Die alten Grafen von B. starben 1421 mit Graf Bernhard I. aus. Der Erbe der Grafschaft, der Dynast Eberwyn von Güterswyk 1421—54, Großnesse des Grafen Bernhard, ereiratete durch seine erste Vermählung mit Mathilde von Steinfurt die uch seie Steinfurt 72 akm mit 3840 E.), durch seine spätere mit gnes von Bronkhorst die Solms-Otten teinschen Güter, und dessen Urenkel Eberwyn 1V. (gest. 1562), die Grafschaft Tecklenburg und Rheda nebst Wewelinghofen. Des letztern Sohn Arnold III. (gest. 1606) brachte durch seine Gemahlin Magdalene von Neuenahr noch ohen-Limburg, Alpen und HBeppendorf an sein Haus. „Er hinterließ fünf Söhne, die 1609 das Erbe teilten und fünf Linien alosche; von denen drei schon in derPerson der Stifter rloschen. Nur die von Adolf und Arnold begrüneten Linien erhielten sich und Mare noch jetzt. Die ältere Linie oder B.⸗ ecklenburg-⸗ theda, gestiftet von dem genannten Grafen Adolf Leulr 1625), besaß Tecklenburg-Rheda, Hohen-Limurg u. s. w., doch mußte Graf Johann Adolf von B. (gest. 1701) infolge eines vom Hause Solms-Braunfels erhobenen Prozesses drei Viertel von Tecklenburg und ein Viertel von Rheda abtreten. Das Haus Solms-Braunfels überließ jedoch seine ½ an Preußen, welches 1707 ganz Tecklenburg in Besitz nahm, dagegen von dem Anteile an Rheda absah. Die Wiener-Kongreß-Akte überwies Rheda an die Krone Preußen als opertorut uber t und überließ IDeme We das Protektorat über Hohen-Srun10 eide Besitzungen werden jedoch auf Grund königl. Kabinettsordre vom 19. Dez. 1816 als Standesherrschaften betrachtet. Am 20. Juni 1817 ward das damalige Haupt der ältern Linie, 11. Mar176 Friedrich Karl von B. (geb. 11. Mai 1765, gest. 17. April 1837), in den preuß. Cum, Furtt erhoben. Der Sohn des Fürsten Emil, Furst Franz von B. (geb. 11. Okt. 1800), ist das gegenwärtige Haupt der ältern Linie. residiert zu Hohen-Limburg und besitzt außer den Stondesherr chaften Hohen-Limburg und Rheda auch die nicht standesherrl. Herrschaften Gronau und Wewelinghofen. Da derselbe unvermählt . so wird ihm sein Neffe, Prinz Gustav, geb. 4. Okt. Die jüngere Hauptlinie, B.⸗Bentheim und B.⸗Steinfurt, wurde von dem Grafen Arnold von B. (gest. 1643) begründet und erhielt 17. Jan. 1817 in der Person des m Ludw. Wilh. von B. (gest. 20. Aug. 1817). den fürstl. Rang. Gegenwärtiges Haupt der Linie ist Fürst ½½f ½7 B. (geb. 1. Aug. 1812), Sohn des Fürsten Alexius von B. (geb. 20. Jan. 1781, gest. 3. Nov. 1866), erbliches Mitglied des preuß. Herrenhauses. — Der Bruder des Fürsten Alexius, Wilhelm von B.⸗Bentheim, österr.Feldmarschalllieutenant (geb. zu Steinfurt 17. April 1782), erhielt in der Taufe, da die Generalstaaten von Holland Pathenstelle bei ihm vertraten, den Beinamen Belgicus. Nachdem er auf dem väterlichen Schlosse die erste Bildung erhalten, trat er 1799 in das österr. Heer ein und wurde 1809 auf dem Schlachtfelde von Aspern zum Obersten ernannt. Mit der Fahne in der Hand führte er bei Wagram sein zurückgeworfenes Regiment von neuem dem Feinde entgegen. Nicht minder ruhmvoll focht er 1813 bei Dresden und Kulm. Bald darauf ward er General, erhielt dann den Auftrag, eine deutsche Legion zu errichten, die gegen Ende des franz. Kriegs im südl. Fran eich noch wesentliche Dienste leistete. Nach dem Pariser Frieden beschäftigten ihn die Interessen der mediatisierten deutschen Fürsten, als deren Ladmarschu er auftrat. J. 18²⁷ ward er Feldmarschalllieutenant und kam als solcher nach Italien, wo er 1831 bei Unterdrückung der Bewegung im Kirchenstaate beitrug. Als Kommandant des 2. Armeekorps in Italien starb er zu Villafranca 12. Okt. 1839. Vgl. Möller, ⁰Geschichte der